Anonyma - Eine Frau in Berlin

© Constantin

Leben in Trümmern - Die Waffen schweigen. Für die meisten der zurückgebliebenen Ehefrauen und Mütter der Soldaten an der Front ist es zunächst Erleichterung, die sie fühlen, als die Rote Armee im April 1945 in Berlin einmarschiert. Doch die Ernüchterung folgt auf dem Fuße. Die Soldaten sind vom Krieg ausgemergelte Besetzer. Die deutschen Frauen die Trophäen des Sieges. In dunklen Kellerräumen werden sie vergewaltigt und gedemütigt.

Hilflos wendet sich eine von ihnen (Nina Hoss) an die Führungsoffiziere. Doch die sehen dem Treiben tatenlos zu. Die blonde Frau beschließt, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Sie sucht sich einen einflußreichen Liebhaber, der seine schützende Hand über sie hält. Aus der Zweckbeziehung zu Andrej (Evgeny Sidkhin) entwickelt sich Zuneigung. Wäre da nur nicht die ständige Angst vor der Willkür seiner Vorgesetzten.

Ende der 50er Jahre platzte ein Buch in die geordneten Verhältnisse der wieder erstarkten Bundesrepublik, das einen Skandal auslöste. Das Tagebuch einer Überlebenden schilderte die unfaßbaren Gräuel der Sowjets im Zweiten Weltkrieg. Der Aufruhr bewog die Autorin damals unerkannt zu bleiben. Erst 2003 wurde das Buch wieder aufgelegt und zum Bestseller.

Max Färberböck ("Aimée & Jaguar") verfilmte die Geschichte nun mit einer starken Nina Hoss in der Hauptrolle. Auch die Nebenrollen sind mit Ulrike Krumbiegel und Rüdiger Vogler hervorragend besetzt.
Filme über das Trauma des Krieges gibt es viele. "Anonyma" zeigt sie aus der Sicht der Frauen, die fernab der Schützengräben ihren eigenen Kampf ums Überleben führten.
 
von Lars Tunçay


Start: 23. Oktober 2008
 
Genre: Drama

Dauer: 131 Minuten

Verleih: Constantin