Babette Weidner: Wenn man sich einmal der Kunst verschreibt

© Babette Weidner

"Kunst ist eine ansteckende Tätigkeit", sagte Tolstoi. Wenn das der Fall ist, dann hat sich Babette Weidner infiziert. Schon im Alter von vier Jahren befasste sie sich mit Malerei. Die ersten Kunstkurse besuchte sie mit 10. Schon während des Malerei/Grafik-Studiums an der renommierten Burg Giebichenstein fanden erste Ausstellungen der Hallenserin statt. Seitdem waren ihre Werke nicht nur in ganz Deutschland zu sehen. 2002 dann die Gründung des "Forum für Malerei", der ersten Produzentengalerie für Malerei der Gegenwart in Halle – und nach Meinung des Fachpublikums die Keimzelle einer neuen Kunstszene in Halle. Weidners 4-teilige Installation "Auferstehung" wurde 2007 mit dem zweiten Platz im Wettbewerb "Das alternative Altarbild" ausgezeichnet. Seit 2008 wird ihre Galerie durch die Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt gefördert. Das klingt nicht nur nach einer Erfolgsgeschichte. Es ist in der Tat eine.

"Wenn man sich einmal der Kunst verschreibt...", sagt die 35-Jährige und erzählt leidenschaftlich, wie die Kunst einen Menschen voll und ganz einzunehmen vermag. Leeres Gerede ist das nicht - kaum jemand schafft es, freischaffend von der Malerei zu leben, geschweige denn sich nebenbei mit einer pädagogischen Lehrtätigkeit für die Begabtenförderung stark zu machen.

Babette Weidner ist also nicht nur eine inspirierte, sondern auch eine inspirierende junge Frau. Sie selbst beschreibt sich als tag- und nachtaktiv, neugierig und kämpferisch - eine Tochter der Stadt Halle eben. Und Künstlerin. Und Keimzelle einer neuen Hallenser Kunstszene. Wie Tolstoi sagte: "Kunst ist eine ansteckende Tätigkeit. Je ansteckender, desto besser."

von Steffen Kutzner