CD des Monats: Gazpacho - Missa Atropos

© HWT Records/Sony

Melancholie pur das ist der Sound von Gazpacho, der voll und ganz in die kahle Winterzeit paßt. Ungewöhnlicherweise hatten wir schon im März eine "CD des Monats" mit der norwegischen Band um den Sänger Jan-Henrik Ohme, der, wie auch schon der Sänger von "Talk Talk" den weinerlichen Gesang als passendes Stilmittel vervollkommnet hat. Im März war es ihre Live-CD/DVD "Night at Loreley", auf dem die Band auch mit einer wunderbaren Version ihres heimlichen Hits "Tick Tock" zu hören war.

"Massa Atropos" ist nun ihr neues Studioalbum, ihr 6. Werk, das qualitativ den letzten Alben in nichts nachsteht. Begannen Gazpacho im Jahre 2002 mit ihrem ersten Longplayer "Bravo", in dem sie auch noch Folk-Elemente in ihre ruhige Musik eingewebt hatten, so entwickelten sie Jahr für Jahr ihren Soundtrack-mäßigen Stil weiter, um zwangsläufig im Hier und Jetzt zu landen. Wieder als Konzeptalbum aufgebaut, handelt es von einem Mann, der sich in einen Leuchtturm zurückzieht, um eine Messe für die Schicksalsgöttin Atropos zu schreiben, die für den Tod eines jeden Sterblichen verantwortlich ist.

Da werden alle Register gezogen und große Gesten gezeigt, um der Traurigkeit zu huldigen. Auf den 13 ergreifenden Titeln schlägt die Band einen weiten musikalischen Raum zwischen subtiler Bedrohlichkeit und deren euphorischer Auflösung.

von Christian Nóvé


Plattenfirma:  HWT Records/Sony