Centraltheater-Intendant Sebastian Hartmann wirft 2013 das Handtuch

- © Sebastian Hartmann
Viele haben es erwartet, manche bedauern es, andere atmen erleichtert auf. Sebastian Hartmann spaltet seit seinem Amtsantritt als Intendant des Schauspiels Leipzig 2008 die Gemüter in Politik, Kultur und Publikum, weil er seiner Aufgabe nicht unbedingt auf dem konventionellsten Weg nachgeht. Da ihm dieser Umstand trotz vieler verzeichneter Erfolge immer mehr Kritik bescherte, hat er nun bekannt gegeben, dass er seine Amtszeit nach Ablauf des Vertrages 2013 nicht verlängern wird.
Somit nahm er dem Stadtrat, der sonst in nächster Zeit über die nach ihm folgende Besetzung der Intendantenstelle abgestimmt hätte, jegliche Grundlage zur Diskussion, was seine Person betrifft. Doch es waren nicht hauptsächlich die immer lauter werdenden Stimmen des Protests gegen seine Arbeit, sondern vielmehr die riesigen Felsbrocken, die ihm nach und nach in den Weg gelegt wurden.
So sagt Hartmann über seinen Entschluss: "Angesichts der politischen Verhältnisse im Stadtrat besteht bis heute kein Einvernehmen mit der Stadtverwaltung über grundlegende Notwendigkeiten für die betriebswirtschaftliche und künstlerische Handlungsfähigkeit des Eigenbetriebs in Aussicht".
Er sieht in seiner Position deshalb keine Möglichkeit mehr, das Theater weiterzuentwickeln, was für ihn eine Verlängerung des Arbeitsverhältnisses undenkbar macht. Oberbürgermeister Burkhard Jung, der in einem vertraulichen Gespräch als Erster von Hartmanns Entscheidung erfuhr, akzeptiert die Tatsache und hofft, dass der Noch-Centraltheater-Intendant 2013 wieder als Regisseur ans Leipziger Theater zurückkehrt, damit er der Stadt als Künstler erhalten bleibt.
von Jane v. Bartnitzke

