Coco Chanel & Igor Stravinsky

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Französisch-russische Amour Fou - Der Regisseur Jan Kounen serviert hier ein hochästhetisches Arthousedrama über die Affaire zwischen der Moderevolutionärin und dem russischen Komponisten, basierend auf dem Roman Coco & Igor von Chris Greenhalgh.
Es beginnt im Paris des Jahres 1913 mit Stravinskys legendärer Premiere von "Le sacre du printemps", von der Pariser Bourgeoisie ausgebuht, scheint unter wenigen nur Coco (dargestellt von Anna Mouglalis, auch bekannt als Model für Lagerfeld und Chanel) beeindruckt.
1920, als Coco Chanel bereits erfolgreich war und Stravinsky ins französische Exil mußte, er lebte damals mit seiner Familie in Paris als mittelloser Emigrant, macht Djagilew die beiden bekannt. Die Mäzenin ist fasziniert und lädt ihn mit den vier Kindern und seiner unheilbar kranken Gemahlin Catherine (Yelena Morozova) in ihre Villa ein. Dankbar nimmt der verarmte Künstler (Europas Charakterstar Mads Mikkelsen) das Angebot der Grande Dame an.
Nach der opulenten Inszenierung der geschichtsträchtigen Premiere zu Beginn, die auch dank der Kamera von David Ungaro zwischen hysterischem Publikum und hypersensiblen Balletttänzern, Anny Danchés cleverem Schnitt u.a. eine Illustration sondergleichen vor und hinter der Bühne aufzeigt, beginnt nun ein beinahe kammerspielähnliches Drama.
Der Komponist überarbeitet seinen "Sacre du printemps" für eine Pariser Wiederaufführung und verliebt sich in seine attraktive Gönnerin. Eine knisternde, kühl-erotische Atmosphäre liegt in der Luft und findet sein Crescendo.
Natürlich braucht Igor Catherine - nicht nur als Assistenz bei seiner Komposition ist sie unersetzlich. Und Catherine spürt die tragische Sackgasse ihres Lebens! Hier sieht sich der Zuschauer einer Polarisation gegenüber: zwischen Coco, dem enfant terrible der Modewelt und dem Komponisten, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts die klassische Musik erbeben ließ.
Und mittendrin das Portrait der dahinsiechenden Catherine in ihrer Hoffnungslosigkeit. Boosey & Hawkes betreuten den Film musikalisch; neben dem "Sacre du printemps" sind zahlreiche weitere Werke Strawinskys im Film zu hören: ein wahrlich klangschillerndes Gemälde, das Stravinskys Musik und Chanels Design kunstvoll arrangiert.
- blw -
Start: 15. April 2010
Original: Coco Chanel & Igor Stravinsky
Genre: Biopic-Drama
Dauer: 120 Minuten
Verleih: Pa Co (24 Bilder)

