Das Bildnis des Dorian Gray

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Im Rausch der Jugend - Oscar Wilde, scharfsinniger Beobachter der menschlichen Natur und der Gesellschaft seiner Zeit, schuf mit "Das Bildnis des Dorian Gray" eine abgründige Analogie auf den Jugendwahn. Daß sich an dem Streben nach ewiger Juvenilität bis heute nichts geändert hat, beweist der britische Film- und Theaterregisseur Oliver Parker.

Der Grünschnabel Dorian Gray (Ben Barnes) kommt gegen Ende des 19. Jahrhunderts nach London. Fasziniert streift er durch die Straßen der Metropole, wo sich inmitten von Huren und Säufern auch vergnügungssüchtige Adelige tummeln. Dorian möchte unbedingt dazugehören. Der charismatische Lord Henry Wotton (Colin Firth) ist Dorians Eintrittskarte in das pulsierende Herz der Stadt. Das bestechende Bild des befreundeten Malers Basil Hallward (Ben Chaplin) macht Dorian zum Stadtgespräch.

Sein gesellschaftlicher Aufstieg ist unaufhaltbar. Sein Mentor verführt ihn zu rücksichtsloser Maßlosigkeit. Henrys Schule bringt ihn voran, doch den Weg pflastern Leichen. Die Erlebnisse hinterlassen innerlich ihre Narben, doch Dorians Äußeres bleibt makellos, denn sein gut gehütetes Geheimnis verrottet oben auf dem Dachboden.

Oliver Parker führt uns die Aktualität der Worte Wildes vor Augen. Dabei bereichert er die Geschichte durch Elemente des Horrorgenres. Die Besetzung weiß zu überzeugen: Ben Chaplin ist äußerlich, wie schauspielerisch makellos und Colin Firth gibt den Verführer mit diabolischer Fratze. Durch und durch klassisch!
 
von Lars Tunçay
 

Start: 15. April 2010

Genre: Literaturverfilmung

Dauer: 112 Minuten

Verleih: Concorde