Das Ende ist mein Anfang

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Adaption der Erinnerungen von Tiziano Terzan - Nach den Aufzeichnungen seines Sohnes entstand gemeinsam mit Produzent Ulrich Limmer und Folco Terzani das Drehbuch, das dann von Regisseur Jo Baier kongenial für die Leinwand adaptiert wurde. Es handelt sich um die letzten 3 Monate des charismatischen ehemaligen "Spiegel"-Ostasienkorrespondenten Tiziano Terzani (Bruno Ganz), der seinen Sohn Folco (Elio Germano) bittet, mit ihm diese Wochen vor seinem Tod zusammen zu verbringen und mittels unzähliger auf Band aufzunehmender Interviews/Gespräche eine Biographie zu erstellen.

Dieses einfühlsame Buch wurde ein Bestseller. Dabei war es gar nicht so leicht, die familiären Begegnungen trotz oder gerade wegen aller natürlicher Spannungen zu gestalten. Ein besonderer Aspekt liegt auch darin, daß die Familie Terzani dem Filmteam erlaubte, im Hause selbst zu drehen, in dem Terzani mit seiner sensiblen Frau Angela (im Film Erika Pluhar) wirklich lebte. Ein toskanisches Landhaus, das einsam im Wald an einem Abhang gelegen als Zufluchtsort diente. Der Globetrotter Terzani kam hierher immer wieder zurück, um zu Hause anzukommen. Diese Darstellung der Verbindung von Mensch und Natur verdanken wir besonders den großartigen Bildern von Kamerafrau Judith Kaufmann. Es sind Sternstunden zu bewundern. Die Geschichte lebt weniger von den glanzvollen Erinnerungen eines begnadeten Journalisten, als vom sensiblen Umgang mit Tod, Trauer und Abschied.

Die Vater-Sohn-Beziehung spielt dabei sicher eine zentrale Rolle. Der Film plakatiert nicht etwa mit Rückblenden auf die vielen historischen Erlebnisse, die Tiziano begleitete, ob Vietnamkrieg, die roten Khmer oder sein zunächst begeistertes Leben im maoistischen China. Nein, die Erzählungen verlaufen leise, kammerspielartig aus den Erfahrungen des leidenschaftlichen Idealisten, der später vom Maoismus schwer enttäuscht wurde und sich nach Bekanntwerden seines Krebsleidens mit fernöstlichen Philosophien beschäftigte. Tiziano sah den Tod aus spiritueller Sicht nicht als Sterben, sondern als Neuanfang auf einer anderen Ebene. Er verbat sich auch jegliches Weinen bzw. negative emotionale Gefühle.

Der Film verdankt seine Ausstrahlungskraft vor allem den großartigen Darstellern der drei Hauptpersonen Vater, Sohn und Mutter, wobei letztere sich auch im realen Leben sehr zurücknahm und dabei immer auch ihre eigene journalistische Tätigkeit und Autorenschaft beibehielt. Kurz vor dem Tod möchte der Vater noch seine Tochter mit Enkel (Andrea Osvárt und Nicoló Fitz-William Lay) sehen. Es entstehen rührende tiefsinnige Begegnungen ohne jeglichen Kitsch.

Eine wichtige und wunderschöne Film-Szene zeigt Vater und Sohn ein letztes Mal auf einem Berggipfel, auf dem der Sohn seinen Vater zur Meditation alleine läßt. Dieses Bild läßt uns alle eine Kraft spüren, die wohl nicht alleine von dieser Welt zu sein scheint.

Das Buch wurde Kult, und auch der Film zeigt auf, was wirklich von Bedeutung ist keineswegs nur ein reiches erfülltes Leben!

-blw-



Start: 7. Oktober 2010

Original: La fine è il mio inizio

Genre: Melodram

Dauer: 98 Minuten
 
Verleih: Universum Film