Der Mann, der niemals lebte

- © Warner
Vertrauen gegen Sicherheit? - Hier werden wir mit der Welt der Geheimdienste konfrontiert. David Ignatius, der sich in diesem Bereich bestens auskennt, schrieb den Roman, der als Vorlage diente. Vertrauen oder etwa ein Gewissen darf sich hier niemand leisten. Dies spürt ganz deutlich Roger Ferris alias Leonardo DiCaprio als Held. Er gerät zwischen alle Fronten und kann letztlich nur sich selbst vertrauen.
Traue niemandem. Täusche niemanden. Diese Worte scheint der Geheimdienst-Chef Ed Hoffman (Russell Crowe) bereits mit der Muttermilch aufgesogen zu haben. Er läßt die Figuren auf seinem ureigensten virtuellen Schachbrett sich gegenseitig schlagen und in Richtungen laufen, deren Vorhandensein sie nicht einmal ahnen. Crowe stellt den brutalen Macher gegenüber seinem eleganten arabischen Kollegen Hani glaubhaft dar; ebenso wie Mark Strong eben jenen.
Ferris kennt und lebt diese verschiedenen Kulturen. Nur dadurch ist es ihm möglich, seinen Job auszuführen. Er soll die Welt retten und schleust sich geschickt getarnt in das gegnerische Terrornetz ein. Doch anders als bei seinem skrupellosen Chef Hoffman melden sich bei Ferris moralische Bedenken. Dies wird besonders deutlich bei seinen Begegnungen mit Aisha (Golszhifteh Farahani), der so bezaubernden und dabei überaus intelligenten Krankenschwester.
Ein Film, der uns neben den teilweise verzichtbaren gewaltigen Actionszenen bewußt machen kann, welche Persönlichkeiten, kulturelle Faktoren u.v.m. hinter all diesem Dickicht verschleiert sind. Eine Inszenierung von Ridley Scott, die es in sich hat.
- blw -
Start: 20. November 2008
Genre: Spionage-Thriller
Verleih: Warner

