Der Pate II

- © Electronic Arts
Kaum ein anderer Film hat den Mafia-Mythos nachhaltiger geprägt als Francis Ford Coppolas "Der Pate" (engl. "The Godfather"). Längst sind alle drei Teile des Films nicht nur Pflichtprogramm für Cineasten, sondern öffentliches Klischee der Mafia schlechthin. Das mag zum einen an der ausgezeichneten Besetzung und zum anderen an der Faszination des Themas liegen. Wie dem auch sei: Der Pate läßt genug Spielraum, um aus dieser Geschichte ein Videospiel zu schmieden. Dies haben "Electronic Arts" 2006 bereits mehr oder weniger eindrucksvoll bewiesen. Seit kurzem befindet sich nun auch die zweite Videospielumsetzung im Handel, die nicht nur Fans der Filmvorlage dazu einlädt, selbst einmal Mafiosi zu spielen.
Eins sei gleich zu Beginn erwähnt: Die Geschichte des Spiels hat nur sehr entfernt etwas mit der des Films zu tun. Der Spieler übernimmt vielmehr die Rolle eines bisher unbeschriebenen Blattes namens Dominic. In New York, Florida und Kuba muß er nun Stück für Stück sein eigenes Imperium errichten und sich feindlicher Familien entledigen. Wie schon im ersten Teil erinnert auch dieses Mal das Spielprinzip sehr stark an die "GTA"-Teile.
Zu Fuß oder im Fahrzeug klappert Dominic die Stadt ab, um Aufträge zu erledigen oder den anderen Familien Angebote zu unterbreiten, die sie nicht ablehnen können. Für mehr Taktik und strategische Handlungsfähigkeit soll die neu implementierte 3D-Übersichtskarte sorgen. Allerdings zeigt sich im Verlaufe des Spiels, daß gerade diese taktischen Besonderheiten nur sehr halbherzig umgesetzt wurden. Zwar gibt es durch das Einnehmen einer bestimmten Anzahl von Gebieten ein paar Upgrades für die Untertanen, diese zeigen sich aber eher als schmückendes Beiwerk.
Mit der grafischen Präsentation verhält es sich ähnlich wie mit Vito Corleone, beide sind nicht mehr die Jüngsten. Dies ist natürlich ein wenig übertrieben, trotzdem: "Der Pate 2" bewegt sich nur auf mittlerem Niveau. Anders sieht es bei der akustischen Umsetzung aus, die weitgehend sehr gut gelungen ist.
Fazit: "Der Pate 2" ist weder Fisch noch Fleisch. Auf der einen Seite macht es eine Menge Spaß, seine Vorherrschafft auszubauen, auf der anderen Seite fehlt es dem Spiel am Flair, das man aus den Filmen kennt.
Preis: ca. 50 Euro
Vertrieb: Electronic Arts

