Die Kunst des negativen Denkens

- © Kool Film
Hilfe zur Selbsthilfe - Behinderte sind für Geirr bemitleidenswerte Kreaturen, mit denen er nichts zu tun haben will. Ironie des Schicksals, daß er nach einem Unfall selbst an den Rollstuhl gefesselt ist. Frustriert verkriecht er sich in seinem Zimmer, kifft, säuft und schaut tagein, tagaus Kriegs- und Katastrophenfilme. Verständlicherweise ein unerträglicher Zustand für seine Frau Invild. Um Geirr aus seinem Loch herauszuholen, lädt sie eine Selbsthilfegruppe zu ihnen ins Haus.
Der langhaarige Pessimist wehrt sich zunächst mit Händen und Füßen, zumal sich Tori, die Leiterin der Gruppe, als despotisches Ekel herausstellt und den Erfolg mit allen Mitteln sucht. Als Geirr die Gruppe an sich reißt und in der Kunst des negativen Denkens unterrichtet, beginnt er jedoch, Spaß an der ganzen Sache zu haben - und erreicht erstaunliche Fortschritte im Gruppenverhalten.
Das norwegische Komödienfach beweißt sich einmal mehr als abwegig und abgrundtief. Mit einer gehörigen Portion Sarkasmus und viel schwarzem Humor mischt Geirr die Truppe auf und stößt zum Kern ihrer Probleme vor. Ihm dabei zuzuschauen macht enormen Spaß und dauert mit knapp 80 Minuten auch keine Sekunde zu lang. Geirr nennt die Dinge beim Namen und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund.
So macht sich Bård Breiens Komödie nie lustig über seine Figuren und wir lachen stattdessen gemeinsam mit ihnen dem Schicksal ins Gesicht. Eine bitterböse Therapiestunde mit erhellenden Erkenntnissen und einem exzellenten Soundtrack aus Rock-Klassikern der Siebziger.
von Lars Tunçay
Start: 18. September 2008
Genre: Komödie
Länge: 79 Minuten
Verleih: Kool Film

