Disciples 3 Renaissance

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Seit dem Erscheinen von "Disciples 2" sind nunmehr 8 Jahre ins Land gestrichen und die Erwartungen an das damals recht erfolgreiche Spiel sind entsprechend hoch. Wenn man den Angaben auf der Cover-Rückseite Glauben schenkt, soll der dritte Teil den Sprung in die nächste Generation rundenbasierter Rollenspiele wagen. Eins sei an dieser Stelle schon einmal vorweg gesagt: auch wenn Disciples 3 sich durchaus an die heutigen, technischen Gegebenheiten angepaßt hat, die ganz großen Neuerungen, die man von einem Spiel der nächsten Generation erwarten dürfte, sind ausgeblieben. Fehlte hier vielleicht der Mut, an einem altbewährten Konzept zu feilen?

Der dritte Teil der Reihe spielt wieder in der Fantasy-Welt Nevendaar. Seit sehr langer Zeit leben hier Elfen, Zwerge, Dämonen, Untote, sowie Menschen in mehr oder weniger funktionierender Nachbarschaft. Hin und wieder gibt es kleinere rassenübergreifende Rangeleien und Auseinandersetzungen. Jedoch niemals so groß, daß es kriegsähnliche Ausmaße annehmen könnte. Dieses "Zusammenleben" würde wahrscheinlich auch die nächsten eintausend Jahre so weiterlaufen, wären da nicht die guten, alten Götter, die ihrerseits ebenfalls so manches Machtkämpfchen auszutragen haben. Als einige der Himmelbewohner beschließen den Engel Inoel auszusenden, um Nevendaar von allem Übel zu be-freien, beginnt der altbekannte Kampf zwischen Gut und Böse.

"Disciples 3" verschreibt sich, genau wie seine Vorgänger, dem rundenbasierten Rollenspiel. Zu Beginn des Spieles darf eine von drei Kampagnen gewählt werden. Abhängig davon, wie die Wahl ausgefallen ist, kämpft man von nun entweder an der Seite der Menschen, der Elfen oder der Dämonen. Anders als bei herkömmlichen Rollenspielen gibt sich die Disciples-Reihe sehr strategisch. So schlüpft der Spieler in die Rolle des Helden, der eine Armee befehligt, aber auch für neue Rekruten und Ressourcen sorgt, Handel betreibt und sogar Gebäude bauen läßt. Kommt es während des Abenteuers zu einem Kampf, wechselt die Ansicht auf eine schachbrettartige Karte, in der man seine Kämpfer Zug um Zug befehligt.

In Sachen Grafik kann man bei Disciples 3 nicht viel aussetzten. Die Szenarios sind allesamt stimmig gestaltet und geben die düstere Atmosphäre des Spiels prächtig wieder. Hinzugesellt sich ein jederzeit passender Soundtrack. Auch wenn der dritte Teil der Serie ein solider und durchaus guter Nachfolger geworden ist, so gibt es doch kleinere Mängel zu verzeichnen. Besonders die künstliche Intelligenz der Gegner trübt streckenweise den Spielspaß. Schade ist auch, daß es dem Spiel an Innovation und dem Mut zu Neuerungen fehlt.


Preis: ca. 40 Euro