Zonenfußball von Frank Willmann (Hrsg.)

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Selbst als Fußballverachter musste der Rezensent des Öfteren lauthals schmunzeln. Ist dies Thema, vor allem verbunden mit der ostzonalen Vergangenheit, ein güldenes Stück im Theaterpa last Absurdistan. Da gibt’s Senge allerorten, von Mama oder Oma gefertigte Hals umhänge in Vereinsfarben werden dem Feuer geschenkt und Liter um Liter Alkohol wird in Sturzbächen den Kehlen übergeben. Das klingt meist spaßig, fällt aber hin und wieder auch ins Grauenhafte. Schließlich sind Lebensläufe gescheitert und Menschen mussten sterben.
Das darf bei all der Unterhaltung nicht vergessen werden, dass es Menschen gibt, die aus Sport Religion machen und für ihre eigene in den Krieg ziehen. Und gerade auch deshalb ist dies Buch feinstes Futter, sehr oft sogar große Literatur – ein guter Schuss des Herausgebers Willmann. Mit Ahne, Andreas Gläser oder Ole Giec sind auch richtige Straßenfeger im Boot. Bester Text, weil tiefster Text, der von Wladimir Sergijenko – so schnell kann’s eben gehen und schwupps marschieren die Doofen wieder und die Fahnen wehen …
von Volly Tanner
Verlag: Neues Leben

