Galdäa – Der ungeschlagene Krieg von Karsten Kruschel

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Kruschel ist derzeit wirklich in aller Munde. Das hat er auch verdient. Schließlich ließ er Galdäa wirklich reifen, jahrelang wuchsen aus Kurzgeschichten Zusammen- hänge – und nun ist's ein richtig dicker Wälzer voller Fantasie und Sprachverbundenheit. Kruschel schnoddert nicht, er seziert.

Aber auch die erzählte Geschichte hat es in sich, wird doch von Augen-Zu-Mentalität berichtet, von unsinniger Xeno phobie, von Werten und Werteverlust. Das macht gute SF eben zu guter Literatur – das ge- nauere Hinschauen im Hier und Jetzt und das Mahnen durchs Weiter- denken. Die Figuren sind sehr gut ausgemalt in Kruschels neuem Roman, der Lesefl uss ist ununterbrochen, die Einsprengsel, die die Geschichte auffüllen, glaubhaft geschildert und sinnvoll eingesetzt.

Nicht nur wegen der spärlichen Konkurrenz bewegt sich Kruschel derzeit in vorderster Front der intelligenten SF, sondern auch, weil er schon lange hochwertige Qualität liefert. Der ganz große Schlag – ein „1984“ oder „Brave New World“ – ist es noch nicht, aber ein Universum erstellt er gerade, in dem der ganz große Wurf gedeihen könnte. 

von Volly Tanner


Verlag: (Wurdack)