Hell

- © Paramount
Apokalypse made in Germany - Genrefilme aus Deutschland haben oft das Problem, dass sie sich zu ernst nehmen, oder nicht ernst genug. Im Horror- und Science-Fiction-Lager gibt es in der jüngeren Vergangenheit nichts Erwähnenswertes zu vermelden, nur Peinliches ("Wir sind die Nacht") und Überambitioniertes ("Die kommenden Tage"). "Hell" geht da grundsätzlich andere Wege: der junge Regisseur Tim Fehlbaum setzte seine Vision mit einem jungen Cast und relativ geringem technischen Aufwand um. Roland Emmerich war von den Ideen des Shocking-Shorts-Gewinners so angetan, dass er sein Langfilmdebüt als ausführender Produzent unterstützte.
Fehlbaum setzt seine Dystopie im Jahre 2016 an. In der nahen Zukunft hat die Sonne nahezu jegliches Leben auf der Erdoberfläche verbrannt. Die Wenigen, die überleben konnten, fristen ein Dasein im Schatten oder sind auf der Flucht. So wie Marie (Hannah Herzsprung), die mit ihrer kleinen Schwester Leonie (Lisa Vicari) und Phillip (Lars Eidinger) versucht mit einem klapprigen Auto und den letzten Tropfen Apokalypse made in Germany Benzin die Berge zu erreichen.
Hier liegt die Hoffnung auf Wasser und eine Zukunft. Mit cleveren Kameratricks setzte der Regisseur seine Idee glaubwürdig um, ohne dafür ausladende Special Effects zu benötigen. Das gleißende Licht macht die allgegenwärtige Bedrohung spürbar. Die hervorragenden Akteure tragen ihren Teil dazu bei. Fehlbaum hat die Konventionen des Genres verinnerlicht und es gelingt ihm, sie mit seiner eigenen Handschrift und überraschenden Plotideen zu versehen. So sorgt "Hell" für atemlos spannende Momente und den ersten gelungenen Genrevertreter seit Jahrzehnten.
Lars Tunçay
Start: 22. September 2011
Genre: Apokalyptischer Thriller
Dauer: 100 Minuten
Verleih: Paramount

