Igs Bauer: Urgestein aus der Anderswelt

Die Hippen und die Coolen aus dem Leipziger Süden wissen höchstwahrscheinlich nichts von den Menschen in Großzschocher-Windorf. Das ist schlimm, sind die Südlichen doch in Leipzig meinungsbildend – nur eben ohne wirklich viel Information.

Igs Bauer ist ein Urgestein aus dieser Anderswelt jenseits der Popkultur. Er spielte schon vor der Wende Rock, hielt sich in Bands, wie "Titania", "Esprit" oder "Cassiopeia" aufrecht, gestaltet seit 2002 den menschelnden und charmanten Wissensabend "Windorfer Abend" und lädt dazu Gäste, wie Meigl Hoffmann, den verblichenen Günter Grabbert, Ruderolympiasieger Jens Doberschütz, Handwerker, Journalisten, Schriftsteller, Wirtschaftler und Unikate, um mit ihnen vor mittlerweile über Jahre konstant vollem Hause zu reden. Daneben hält er hiesiges Kulturgut in seinen anderen Projekten in Ehren, so Theodor Körners Werke, Leipziger Lumpenlieder oder mit Geschichten, wie "Mit der Bimmel durch die City". Seine Familie ist auch eingespannt. Tochter, Schwiegersohn, bis hin zur wahrhaft talentierten Enkelin Nadine Bauer, die jederzeit alle DSDS-Casting-Girlies an die Wand singen könnte, wenn sie wollte.

"Wir wollen beim Windorfer Abend auf hohem Niveau unterhalten. Das heißt Information – aber auch Podium für interessante Menschen, Gruppen, Unternehmen und Künstler.“ sagt Igs Bauer, nach seiner Intension befragt, jenseits des medialen Fokus Kunst und Kultur zu schaffen.

Da paßt´s, wie der sprichwörtliche Deckel auf den Topp, daß Bauer auch noch ein seltenes Instrument beherrscht, von dem die Pophelden der Stadt ebenfalls noch nie gehört haben – das Theremin. Doch da sollte sich der Interessierte schon selber informieren – es lohnt sich. Und eben auch am 10. März zum "Windorfer Abend" gehen. Da sind das Theremin, der Igs, die wundervolle Nadine und ein Türkenhaufen in Live und Farbe und ohne TV zu bestaunen.

www.igsbauer.de


von Volly Tanner