Jenny Creutzmann: Große Klappe und viel dahinter

- © Jenny Creuzmann
Bei Atlas boxt sie, PsyCore macht sie und das diesjährige Amateur Theater Festival im Lofft organisierte sie. Jenny Creutzmann hat viele Fähigkeiten. Zum Boxen kam‘s, weil: "Ich boxe, um ein 'Körper-Geist-Gefühl' zu entwickeln. Aber eigentlich habe ich umgangssprachlich gerne ein großes Maul und wollte dafür sorgen, dass da auch etwas dahinter steht ... nur für den schlimmsten Fall ..." Und so landete sie erst in Weißwasser beim Profi-Kickboxen und nun beim hiesigen Player für reines Boxen. "Zwei Kämpfe habe ich bestritten. Beide verloren.
Den ersten eindeutig – da habe ich noch nicht ganz verstanden, wie ich das mit der Deckung regeln muss, da ich lieber reingerannt bin in die Schläge meiner Gegnerin." PsyCore geht aber auch ab. Das ist eigentlich Goa, nur eben viel fl otter: "Ganz einfach, weil‘s aus‘m Darkpsy (Goa) kommt, aber wesentlich schneller ist – Core. Das Ganze mache ich mit Musik programm – Cubase – und ‘nem Midi keyboard dazu." Dass es aber nicht immer nur rumsen muss bei Jenny, bewies sie mit ihrem Engagement beim ATT11 – da baute sie äußerst professionell und sensibel drei Abende Programm ineinander, kümmerte sich um Verpflegung, Technik, Werbung und Abläufe und war trotzdem immer freundlich und ansprechbar.
Da bleibt natürlich ein Fazit nicht aus zur hiesigen Szene: "Mein Fazit: fabelhaft. Hat alles gepasst. Es gab keine wirklichen Probleme, bis auf den Ausfall der Premiere von IN(S)ZEST: Genial war, dass ich dauerhaft nur in zufriedene Gesichter blicken konnte. Und davon gab‘s definitiv nicht gerade wenige, was mich am allermeisten freut. Beeindruckt hat mich ebenfalls der Auftritt von Franz Werfel als Wanze/ Käfer-Muldoon. Außerdem haben mich die Mädels von Fuck Lack trotz allem vom Hocker gehauen, besonders die Josefi ne Hiersche. Ein sehr talentiertes Multitalent auf der Bühne, soweit ich das beurteilen kann." Und so hat sich die 21-Jährige, in Merseburg Geborene auch ein bisschen selbst überrascht. So wie man leben sollte, macht sie es richtig.
von Volly Tanner

