Johannes Gabriel: Mordred zwinkert Dramatisches

- © Johannes Gabriel
Von 1995 bis 2005 lebte Johannes Gabriel schon mal in Halle. Der Schauspieler, Sprecher, Hörbuchproduzent und Moderator, der derzeit auf der Oberburg der Burg Giebichenstein den Mordred im Sommertheater "Merlin oder Das wüste Land" von Tankred Dorst gibt, hat an diese Zeit wundervolle Erinnerungen: "Es gibt so vieles Schönes, das mich mit dieser Stadt verbindet. Schließlich sind zehn Jahre ja schon ein Lebensabschnitt. Viele großartige Inszenierungen am NT sind es, die wir dem Publikum bieten konnten.
Mein Sohn wurde hier geboren. Ich war während der Proben in einer Pause auf der Peißnitz, dort hat er Fahrradfahren gelernt, auf der Saale waren wir paddeln und haben versucht, die Nutrias zu fangen, und und und ... Ich hatte eine gute Zeit in Halle.“ Genau – am "Neuen Theater" unter Peter Sodann verdiente er damals seine Brötchen.
Dann kam "Tatort“, "Hallo Robbie", "SOKO Leipzig" und sein Weg zum Serienstar in Russland. Dort hat er seit mehreren Staffeln eine Hauptrolle im Weltkriegsdrama "1945“ inne. Jetzt aber – bis zum 7.8. – schauspielert er in der Schaustelle Halle Produktion den Finsterling, schwächt aber gleich die sich einstellenden Ängste ab: "Der MERLIN von Tankret Dorst kommt als ein apokalyptisches Untergangsszenario von Weltrang daher, ein ,dramatisches Emblem der gesamten Kultur-, ja Menschheitsentwicklung‘!“.
Weiter: "Unser Problem bestand also eher darin, all diesen Hintersinn auf einer humorvollen Basis nicht allzu ernst zu nehmen. Wir möchten keine ausweglose Tragödie erzählen. Wir mussten aus diesem großen Epos auch ganze Erzählstränge herausnehmen, wie etwa die Geschichte Parzivals. Aber ich denke, wir sind nun bei einer Fassung angekommen, die immer noch viele Fragen stellt, aber durchaus auch sehr unterhaltsam mit den Augen zwinkert.“ Also auf, die "Bimmel“ gesattelt – und hin zur Burg. Ein großes Erzählen und Spielen wird gereicht, mit Liebe, Hass und Zuversicht. Und Johannes Gabriel "in bitterböse“.
www.schaustelle-halle.de
von Volly Tanner

