Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte

- © Concorde
Michael Moores neue Doku - Die Weltwirtschaft ist in der Krise. Und da ist es doch eine Riesengelegenheit für Michael Moore, mal wieder ein paar Mächtige vorzuführen. Diesmal trifft es vorwiegend die Bänker. In gewohnter Erzählweise sucht er sich verschiedene Geschichten, die er über die Lauflänge der Doku in einen Zusammenhang bringt bemerkenswert unterhaltsam.
Und natürlich übertreibt Michael Moore. Und natürlich hat die ganze Geschichte nur eine Seite. Seine. Das kann man zeitweise als polemisch empfinden. Aber wer einmal selbst in Flint/Michigan war, der weiß, was den Filmemacher antreibt mit dem Auftritt seines Vaters ist dieser Film auch sehr persönlich geworden. Heute, 20 Jahre nach seinem Erstlingswerk ROGER & ME begegnet Moore somit seiner eigenen Vergangenheit wieder.
Man merkt ihm die Genugtuung durchaus an, wenn er mit dem Cheflobbyisten von GM spricht oder ihm der Zugang zur Konzernzentrale im Renaissance Center in Downtown Detroit mal wieder verwehrt wird. Moore ist ein bekanntes Gesicht geworden man weiß um die Folgen jedes Statements vor seiner Kamera.
Letztlich hat er den Dokumentarfilm einer breiten Masse geöffnet, die früher dafür nicht einmal den Fernseher angemacht hätte. Heute gehen sie dafür ins Kino. Und die Masse sollte ihn auch sehen, dieser Film will gesehen werden. Es lohnt sich.
von Thomas Lenck
Start: 12. November 2009
Original: Capitalism: A Love Story
Genre: Doku
Dauer: 127 Minuten
Verleih: Concorde

