Karsten Kruschel: Es geht um die Wirklichkeit

- © Karsten Kuschel
Naja, als Literat kann man den einfachen Weg wählen und den Lesern Honig ums Maul schreiben – oder man versucht, zeitlos zu werden. Vielleicht sogar zukünftig. Wie Karsten Kruschel. Der Science-Fiction-Autor, der 2010 den Deutschen Science Fiction Preis für seine beiden VILMRomane erstritt, hat mittlerweile seinen nächsten Fußabdruck in den literarischen Sand gesetzt: "Galdäa – der ungeschlagene Krieg", wieder bei Wurdack – und schon wurde "Galdäa" Buch des Monats Juni 2011 der SF-Gemeinde Phantastik- Couch. Seine Kurzgeschichte "Ende der Jagdsaison auf Orange" ist sogar für den diesjährigen Kurd Laßwitz Preis nominiert.
Mittlerweile in Espenhain beheimatet, lehrte er in den Achtzigern in Grünau (mit einer kurzen Unterbrechung, die der ehemalig hier verortete Staat dafür nutzte, sich von Kruschel die Rahmbutter beschützen zu lassen). Bis zum Dahinscheiden dieses Staates ging er als wissenschaftlicher Assistent an die Pädagogische Hochschule Leipzig, an der er mit einer Arbeit über die Science- Fiction-Literatur der DDR promovierte.
Später arbeitete Kruschel als Projektleiter am Institut für Bildungs reform und Medienerziehung und mehr als ein Jahrzehnt als Chef redakteur einer Baufachzeitschrift in Leipzig. 2010 war mit der ganzen Lohnarbeit aber Schluss und er trieb sich fortan im Freiberufl ichen herum – als Autor und Redakteur. Seitdem wurden seine schon in den Achtzigern auffälligen und mit mehreren Veröffentlichungen bedachten Schritte tiefer. In der Science-Fiction glücklicherweise: "Ich glaube nicht, dass SF jemals irrelevant war oder werden wird. Für mich ist es einfach eine bestimmte Art, über die Wirklichkeit zu schreiben."
von Volly Tanner

