Küss mich bitte

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Vernünftig fremdgehen - Ist es nur ein Kuß oder der Beginn einer Liebesgeschichte? Gerade die Franzosen müßten es doch eigentlich wissen, gibt es dort doch bei jeder Gelegenheit einen Schmatzer links und rechts. Dennoch zögert Emilie, als der hilfsbereite Gabriel ihr nach einem wunderschönen Abend ein letztes Souvenir auf den Weg geben will, bevor sich ihre Wege für immer trennen.
Sie hadert aus gutem Grund, wie sie Gabriel erzählt, denn für die Freunde Nicolas und Julie veränderte ein Kuß ihr ganzes Leben. Die beiden Pragmatiker mußten feststellen, daß der Liebe mit Vernunft nicht beizukommen ist, und daß man kein Glück auf dem Unglück eines anderen aufbauen kann. So wird Emilies Geschichte, die heiter und unbeschwert beginnt, zu einem ernsten Liebesdrama.
Gefühl und Konversation: die beiden essentiellen Bestandteile französischer Kinokunst sind auch bei "Küss mich bitte" die tragenden Elemente. Untermalt von klassischer Musik erzählt Emmanuel Mouret ihre Geschichte intelligent verschachtelt in eine Rahmenerzählung und läßt dem narrativen Fluß viele Freiheiten, ohne dabei je den roten Faden zu verlieren.
Bei aller Liebe zum Dialog knistert es angenehm lodernd auf der Leinwand, was nicht zuletzt an der wunderbaren Chemie zwischen den Darstellerpaaren liegt. Zwar wirkt die ausgeschmückte Geschichte von Nicolas und Julie bisweilen etwas konstruiert, doch das liegt durchaus in der Natur der Erzählung. Den charmanten und intelligenten Unterhaltungswert des Films schmälert dies derweil keineswegs.
von Lars Tunçay
Start: 7. August 2008
Genre: Romanze
Dauer: 96 Minuten
Verleih: Arsenal

