L.A. Noir

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Los Angeles in den 1940er Jahren: Ein rauer Wind weht durch die Gassen der Engelsstadt. Verbrechen, Korruption, Prostitution und Drogenhandel sind an der Tagesordnung. Die Gesetzeshüter schauen in diesen Zeiten einer finsteren Zukunft entgegen, denn das Ausmaß an Kriminalität ist kaum noch unter Kontrolle zu bringen. Alle Hoffnungen ruhen nun auf einem Polizei-Neuankömmling namens Cole Phelps. Er soll das so geschundene Ansehen der staatlichen Behörden wieder aufpolieren.

Anfangs gelingt ihm das auch ganz gut. Kein Verbrecher scheint dem jun- gen Detective durch die Lappen zu gehen. Folglich klettert Cole schnell die Karriere- bzw. Dienstgradleiter nach oben. Doch der Siegestaumel währt nur kurz. Schon bald muss der Gesetzeshüter feststellen, dass L. A. schon lange nicht mehr in den Händen der Rechtschaffenden ist.

Mit "L.A. Noir" gehen Rockstar Games und der Australische Entwickler Team Bondi erstmals eine Kooperation ein und präsentieren ein Spiel, das völlig neue Maßstäbe setzt. Während Rockstar Games sich bisher mit eher actionlastigen Titeln wie "Grand Theft Auto" (GTA) oder "Red Dead Redemption" einen Namen schufen, geht es bei "L.A. Noir" sehr viel tiefgründiger zur Sache.

Zudem steht der Spieler diesmal auf der Seite des Gesetzes und lässt dem Verstand Vorzug vor der Gewalt. Keine Frage, schon in den ersten Spielminuten bemerkt man, welche Entwickler sich für das Spiel verantwortlich zeigen. So könnte man schon fast denken, man befände sich in einer Art "40er Jahre-'GTA'". Bei genauerer Betrachtung zeigt sich allerdings sehr schnell, dass die "GTA"-Reihe nicht einmal das gleiche Genre teilt. Überhaupt erscheint es schwierig, dem Spiel ein bestimmtes Genre zuzusprechen. Zum einen gibt es Passagen, in denen man, ähnlich wie bei den "GTA"-Spielen, an wilden Verfolgungs- oder Gangsterjagden teilhaben kann, zum anderen begibt man sich, ähnlich einem Adventure, auf akribische Beweissuche.

"L.A. Noir" setzt sich aus 26 Fällen zusammen, die alle nach einem grundlegenden Muster ablaufen. Zunächst besucht der Spieler den Tatort, sofern es einen gibt, und sammelt alles, was er an Beweisen unter die Finger bekommt. Meistens führen ihn die Beweise zu potenziellen Zeugen, Angehörigen oder Komplizen, die es im weiteren Spielverlauf aufzusuchen gilt. Einen vordergründigen Punkt im ganzen Spiel bildet die Befragung der einzelnen Charaktere. Diese sind nämlich mithilfe einer besonderen Motion-Capturing-Technik und echten Schauspielern aufgezeichnet worden. Dadurch wirken die Gesichtszüge der Befragten so echt, dass ihre Mimik den Gefühlszustand verrät. Lügt das Gegenüber also, wird er verlegen in eine andere Richtung schauen oder die Stirn verziehen. Sagt er die Wahrheit, wirkt sein Blick sicher und geradlinig.

Genau diese Informationen sind der Schlüssel einer erfolgreichen Befragung. Der Spieler muss nämlich jede gegebene Antwort richtig einschätzen können und gegebenenfalls den Befragten der Lüge bezichtigen, seine Aussage anzweifeln oder ihm Glauben schenken. Wer hier das nötige Feingefühl walten lässt und im Vorfeld ausreichendes Beweismaterial gesammelt hat, bekommt die Informationen, die er für die weiteren Ermittlungen benötigt. Hat der Spieler am Ende des Falls genügend Indizien gesammelt, kann er seinen Hauptverdächtigen der Justiz übergeben.

Auch wenn die einzelnen Fälle immer nach demselben Grundprinzip ablaufen, kommt keine Langeweile auf, da die Geschichte es jederzeit versteht, den Spieler in ihren Bann zu ziehen. Die 8 Quadratkilometer große, jederzeit zugängliche Stadt bietet darüber hinaus einige optionale Zusatzaufgaben. Grafisch zeigt sich "L.A. Noir" von einer durchaus guten Seite. Das detailgetreu nachgebildete Los Angeles der 40er versprüht jede Menge Charme und Authentizität. Auch beim Soundtrack, der selbstverständlich ebenfalls in die alte Zeit passt, gibt es keinen Anlass zur Kritik.


Preis: ca. 50 Euro

Vertrieb: Take 2