Letzter Auftritt ... Monolog mit Verena Noll

© Verena Noll

Mark Daniel ist Leipziger Tageszeitungslesern als Kabarettkritiker, der konsequent das politisch-satirische Moment beabsichtigter Weltveränderung anmahnt, ein Begriff. Vor Jahren hatte er in einem Programm des Leipziger Kabaretts "Die Pauker" die Seite gewechselt und selbst mal von der Bühne heruntergeschaut, es aber wieder gelassen – von einmaligen Rock und Pop-Parodien vor ausgewählten Gästen abgesehen.

Und nun hat er ein Drama geschrieben: "21: Letzter Auftritt". Verena Noll spielt unter Regie und Ausstattung von Dietmar Didi Voigt im Kulturkaffee "plan b", Härtelstraße 21. Laut Stückankündigung erfahren wir von Christine und ihrem verfl ossenen Ben, der ihr aus dem Weg geht. Ausgerechnet da muss die Schauspielerin Christine Rollentext aus Georg Büchners Thea terstück "Woyzeck" lernen, das von jenem Leipziger Friseur und Mörder handelt, der 1824 auf dem Marktplatz geköpft wurde.

Dabei bespricht sie Tonbandkassetten. Dietmar Didi Voigt, der Regisseur, avisiert: "Wut, Frust, Depression, Trotz und Melancholie. Und man fragt sich, was sie tun wird, wenn das Band zu Ende ist ..." Ein Gruß an Samuel Becketts "Letztes Band" ist nicht zu verkennen, in dem ein alter Mann das Audiotagebuch seiner Jugend abhört. Ein bisschen Leipziger Lokalkolorit funkelt mit dem Theater-Woyzeck durch.

Dietmar Voigt hatte uns nach vielen Leipziger Rollen als Schauspieler und grossstadtKINDER-Chef vor über zwei Jahren gen Wien verlassen. Nach 11 Theater- und Filmproduktionen ist er wieder zu Hause. Sein eigenes Künstler-Kameradschafts-Projekt nennt er kleine.welt.bühne und bezichtigt sich selbst der theatralen Verbohrtheit zur Pflege von leidenschaftlichem Geschichtentheater. "21: Der letzte Auftritt" hat am 29. September Premiere, Vorstellungen am 30.9. und 1.10.

von Karsten Pietsch