Mafia II

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Vor 8 Jahren erschien der erste Teil von Mafia und die Fans haben hohe Erwartungen in "Mafia II" gelegt. So betritt der neuste Mafia-Teil zum ersten Mal die Welt der Next-Gen-Spiele. Die Geschichte spielt sich diesmal in den 40er-50er Jahren ab. Vito Scaletta ist gerade mit seiner Familie von Sizilien in die amerikanische Großstadt Empire Bay gezogen, um dort den amerikanischen Traum zu leben. Doch schon sein Vater mußte schnell erkennen, daß es alles andere als leicht ist, im Großstadt-Dschungel fußfassen zu können. So schleppt er tagein tagaus für einen geldgierigen Fabrikbesitzer Kisten. Für diese Knochenarbeit gibt es am Ende einen Hungerlohn, den er zum nächsten Spirituosen-Händler trägt.
Seine Frau und Kinder vernachlässigt er und hinterläßt seiner Familie nach seinem plötzlichen Tod einen großen Berg Schulden. Nun ist Vito der Mann im Haus. Nach einer Kriegsverletzung wird er in den Heimaturlaub geschickt und muß feststellen wie schlecht es seiner Familie doch eigentlich geht. Abhilfe soll Joe schaffen, der es zu so starkem Einfluß geschafft hat, Vito von der Front befreien zu lassen. Also muß nur noch der Schuldenberg abgetragen werden. Auch hier erweist sich Joe als sehr hilfreich.
Anfangs sind es kleinere Ganoven-Aufgaben, die es für die beiden zu erledigen gibt, später geraten sie aber immer tiefer in die ganz finsteren Geschäfte. Auch wenn die Schulden mittlerweile längst abgegolten sind, Vito bekommt den Hals nicht voll genug. Auch dann nicht, als man ihn nach einer misslungenen Aktion für 6 Jahre in den Bau steckt. Hinter Gittern macht der Sizilianer Bekanntschaften, die ihn den Zutritt in die Mafia ebnen. Schnell erfährt er, daß diese Art der Karriere mehr Schatten als Licht birgt. Mafia II ist wieder ein Spiel mit einer Menge Tiefgang und einer einwandfrei dargebotenen Geschichte geworden. Das Spielprinzip hat sich gegenüber dem ersten Teil nicht grundlegend geändert.
Dem Spieler wird eine große freibegehbare Spielwelt geboten, in der er sich zu Fuß oder mit dem Auto fortbewegen kann. Trotz dieser Freiheit verläuft "Mafia II" erstaunlich linear. Anreiz die Stadt zu erkunden wird leider wenig gegeben, da es an kleinen Nebenmissionen und Minispielchen fehlt. Dennoch macht es eine Menge Spaß bei Musik von Buddy Holly & Co. durch die lebendigen Straßen der 50er-Jahre-Metropole zu fahren. Aber Vorsicht! Wer zu schnell fährt macht sich bei der hiesigen Polizei keine Freunde. Die nehmen nämlich sofort Verfolgung auf um den Temposünder seine gerechte Strafe zukommen zu lassen.
Optisch ist das Gangsterepos ohnehin ein absoluter Leckerbissen. Die Stadt mit ihren Tages- und sogar Jahreszeitenwechseln versprüht einen unvergleichbaren Charme. Aber auch sonst haben die Entwickler viel Liebe zum Detail walten lassen. Besonders bemerkenswert ist das Stadtbild, das mit all seinen realistisch handelnden Bürgern sehr viel Lebendigkeit ausstrahlt. So kommt es schon mal vor, daß man Zeuge einer handfesten Disskussion wird oder eine wütende Frau, die Klamotten ihres Mannes aus dem Fenster wirft. Die deutschen Synchronsprecher sind hochprofessionell und schaffen es "Mafia II" als unsterbliches Gangster- Abenteuer zu verkaufen. Schade, daß man dem Spiel keinen Multiplayermodus spendiert hat.
Die große Spielwelt lädt geradezu zum gemeinsamen Spielen ein.
Preis: ca. 50 Euro
Vertrieb: Take-Two-Interactivet

