Mein Glück

© Farbfilm

Kein Glück im Unglück - Im russischen Hinterland, wo die soziale Realität erschreckende Ausmaße angenommen hat, Wegelagerer für eine Flasche Fusel zum Messer greifen und junge Mädchen sich prostituieren, um über die Runden zu kommen, ist Georgy (Viktor Nemets) unterwegs. Sein Lastwagen wird zum Objekt der Begierde von Dieben und korrupten Bullen. Als einzig Aufrechter im Tal der Wölfe zeigt er Fürsorge, endet aber im Rinnstein mit allen anderen, die er auf seinem Weg trifft.

Ein ernüchterndes Bild der ehemaligen Sowjetunion zeigt der weißrussische Regisseur Sergei Loznitsa in seinem Film. Mit seiner harschen Realitätsnähe und den unterkühlten Bildern steht er in der Tradition des russischen Kinos von Altmeistern wie Andrej Tarkowski ("Stalker"), bis hin zu zeitgenössischen Filmemachern wie etwa Andrei Zvyagintsev ("Die Rückkehr"). Seine Erzählung, die immer wieder Schauplätze und Figuren wechselt, ohne jemals einen Funken Hoffnung zu versprühen, ist etwas für hartgesottene Kinogänger.

Sein Film ist kraftvoll und nachhaltig, ein wuchtiges Statement über polizeiliche Willkür und den Verfall menschlicher Werte. Es zeugt von einem lakonischen Zynismus, dass Loznitsa ihn mit "Mein Glück" betitelte. Produziert von der Leipziger Firma ma.ja.de und von der Mitteldeutschen Medienstiftung gefördert, wird der Film seine Premiere Anfang Februar in den Leipziger Passage Kinos feiern.

von Lars Tunçay


Start: 03. Februar 2011

Genre: Drama

Verleih: Farbfilm