Micha Ullman

© Micha Ullman

-Im Lindenau-Museum Altenburg-

Micha Ullman, dessen Eltern 1933 aus dem westthüringischen Ort Dorndorf nach Palästina emigrierten, wurde 1939 in Tel Aviv geboren. Der Künstler widmete sein ganzes Werk den Fragen des Verschwindens, der Abwesenheit und der Spuren: Was können wir erkennen, was können wir wissen, wie, warum und woran erinnern wir uns?

Das sind die zentralen Fragen seiner Kunst. Der rote Sand seiner Heimat ist das Hauptmotiv eines oftmals bis zum Äußersten reduzierten Werks, das dennoch nicht einfach dem Minimalismus zuzurechnen ist. Jede Geste, jede Form trägt eine Bedeutung in sich, die weit über das Material hinausweist, ohne jedoch symbolhaft verstanden werden zu können. In einer nur ihm eigenen Ästhetik der Langsamkeit hat Micha Ullman unser Verständnis von Skulptur in neue Bahnen gelenkt.

Seine Arbeiten sind offene Räume der Gedanken und des Gedenkens. Sie wurzeln in der jüdischen Kultur und sind zugleich universell zu erfahren. In der Ausstellung des Lindenau-Museums zeigt Micha Ullman Zeichnungen zum Thema "ECHO" von 2003/04 sowie eine für Altenburg konzipierte große Raumskulptur und damit im Zusammenhang stehende Zeichnungen von 2010/11.