Milk

- © Constantin Film
Hoffnung auf eine bessere Zukunft - Eine Zeitreise der besonderen Art zurück in die 70er Jahre des damaligen San Francisco ist dem Meisterregisseur Gus Van Sant mehr als gelungen. Für das Drehbuch nahm sich Dustin Lance Black viel Zeit und recherchierte sehr intensiv, um eine maßgeschneiderte Vorlage für die letzten 6 Jahre des Bürgerrechtlers Harvey Milk zu liefern. 30 Jahre nach seinem tragischen Tod dürfen wir seine großartige Story erstmalig auf der Leinwand bewundern. Bisher gab es dazu nur einen Dokumentarfilm. Für die Titelrolle konnte man Sean Penn gewinnen, der das Charisma großartig rüberbringt.
Das Paar Harvey Milk und Scott Smith (James Franco) zieht 1972 von New York nach San Francisco und eröffnet im Arbeiterviertel Castro den Fotoladen Castro Camera, der bald zum Mittelpunkt des Viertels avanciert. Milk engagiert sich überall, wo er Ungerechtigkeiten entdeckt, und der Laden wird deshalb und auch aufgrund seines Temperaments zum beliebten Treffpunkt. Er organisiert Straßenfeste und entdeckt bald seinen Hang zur Politik. Nach drei Wahlkampagnen als Stadtrat für San Francisco wird er schließlich 1977 als erster bekennender Schwuler Mitglied und kann seine politischen Initiativen zu besseren Ergebnissen führen. Doch das kostet ihn auch die Beziehung zu Scott.
Er wird einen weiteren jungen Liebhaber, den exzentrischen - leider labilen - Mexikaner Jack Lira (Diego Luna), haben. Milk half, wo er konnte, rettete, was zu retten war. Ein Aktivist voller Elan, der sein eigenes Leben jedoch nicht retten konnte. Kurz nach seiner Amtseinführung setzte er bereits mit Bürgermeister George Moscone alias Victor Garber eine Antidiskiminierungsverordnung durch. Sein konservativer Kollege Dan White (Josh Brolin) jedoch scheint Pläne dagegen zu schmieden. Im Mai 1978 wird Milks 48. Geburtstag mit einer rauschenden Party gefeiert.
Er merkt im Trubel nicht die Gegenbewegungen, organisiert Protestmärsche und fordert zum Widerstand gegen die "Proposition 6" auf, die schwulen Lehrern den Unterricht versagen will. Ein weiterer Schicksalsschlag: sein Geliebter Jack Lira verübt Suizid. Es bleibt ihm nichts erspart. Allerdings darf er auch einen letzten Triumph erleben, die Proposition 6 gegen schwule Lehrer wird abgeschmettert.
Am 27.11.1978 erscheint Dan White, der von seinem Amt zurückgetreten war, um Wiedereinsetzung bat, die jedoch von Bürgermeister Moscone abgelehnt wurde, und erschießt Moscone wie auch Milk, dessen Komplott er wohl vermutete. Nichts lag Milk ferner! Daraufhin erlebt San Francisco einen nächtlichen Schweigemarsch von über 30.000 Personen.
- blw -
Start: 19. Februar 2009
Genre: Drama
Dauer: 130 Minuten
Verleih: Constantin Film

