OHorten

- © Pandora-Film
Leuchtfeuer - Er ist schon reichlich "odd" (engl. seltsam), dieser Odd Horten. Der Lokomotivführer steht kurz vor seiner Pension und blickt zurück auf ein geregeltes Leben nach Fahrplan. Seine Kollegen loben seine stete Pünktlichkeit, gibt es doch auch sonst wenig, was den hobbylosen Eigenbrödler auszeichnet. Nur die Liaison zu einer älteren Frau fernab am Ende seiner üblichen Route im schneebedeckten Norden Norwegens bringt ein wenig Würze in sein Leben.
Als er durch eine kuriose Verwirrung an seinem Abschiedsabend seinen letzten Zug verpaßt, wird Hortens Existenz gehörig aus den Schienen geworfen. Ziellos irrt er durch die Nacht und begegnet skurrilen Gestalten, wie dem afrikabereisten Steiner. Die Überschneidung ihrer Lebenswege läßt die beiden nicht unberührt und hilft dem stoischen Mann schließlich wieder in die Bahn.
Skurriles und schwarzhumoriges ist man von Bent Hamer ja bereits gewöhnt. Nach seinem wortkargen Erfolg "Kitchen Stories" folgte ein amerikanisches Gastspiel mit der Adaption des Bukowski-Romans "Factotum". Nun kehrt er in die nordische Heimat zurück mit einer wunderbar warmherzigen Meditation über das Altwerden.
Sein Horten wächst uns schnell ans Herz, auch wenn wir seinen Entscheidungen nicht immer zustimmen. Unvergeßliche Bilder und allerlei absurde Momente lassen "OHorten" weit über die 90 Minuten Laufzeit als Leuchtfeuer durch die norwegische Nacht scheinen.
von Lars Tuncay
Start: 18. Dezember 2008
Genre: Tragikomödie
Dauer: 90 Minuten
Verleih: Pandora-Film

