Palermo Shooting

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Wim Wenders Alterswerk - Im Leben eines jeden Künstlers kommt der Moment des Zweifelns, des Sinnierens über das eigene Handeln. Meist in höherem Alter findet diese Reflexion dann für gewöhnlich in der Kunst statt und nervt im schlimmsten Fall mit pathetischem Gejammer auf hohem Niveau.

Nun ist auch Wim Wenders Opfer dieses Trends geworden. Anlaß dafür ist seine Rückkehr nach Deutschland. Sein erster, zumindest teilweise in seiner Heimat gedrehter Spielfilm nach zwei Jahrzehnten in den USA, stellt einen Einschnitt dar für Wenders. Er mag mit seiner Heimat Frieden geschlossen haben, mit seiner eigenen gepeinigten Seele scheinbar nicht.

Sein Alter Ego Finn treibt die Sinnsuche, nach altbekanntem Absturz in Alkohol, Drogen und Einsamkeit, von der unterkühlten Rheinmetropole in das sonnige Palermo. Den Wanderungen durch alte Gemäuer folgen wir mit Vergnügen. Doch dann schießt ein Pfeil in Finns Leben und reißt die Handlung entzwei. Hofft man im ersten Moment noch auf eine bedeutungsschwere Sinnestäuschung, verliert Wenders den Bezug zur Realität und auch zum Zuschauer endgültig, wenn sich der Schütze als echt und gar als der Leibhaftige herausstellt.

Dann mag man "Palermo Shooting" auch den von Wenders gewohnten stullendicken Aufstrich von Pathos und die gekünstelten Dialoge nicht mehr verzeihen. Das Beste wäre wohl, dieses selbstfixierte Machwerk einfach abzuhaken. Ernst nehmen sollte man es in der Tat auf keinen Fall.
 
von Lars Tuncay


Start: 20. November 2008

Genre: Drama

Verleih: Senator