Schande

© Alamode

Ohnmacht - Der Universitätsprofessor David Lurie (John Malkovich) hat es sich in seinem sicheren Leben aus Arroganz und Selbstmitleid bequem gemacht. Hin und wieder trifft er sich mit einer Studentin für bezahlten Sex, doch als er von ihr auch emotionale Intimität verlangt, verweigert sie sich ihm. Die Affäre kommt ans Licht und Lurie verliert seinen Job, was er gleichgültig hinnimmt. Er reist zu seiner Tochter Lucy ins entlegene Flachland im Osten.

Sie betreibt dort alleine eine kleine Farm und lebt inmitten der schwarzen Bevölkerung in ständiger Demut, den festen Vorsatz vor Augen, sich zu behaupten. Doch die Situation spitzt sich zu und weder Lucy noch ihr Vater sind fortan in ihren eigenen vier Wänden sicher.

Die Romanvorlage des südafrikanischen Autors J.M. Coetzee beschreibt die Gegenwart in seinem Land, knapp 15 Jahre nach Ende der Apartheid. Die weiße Bevölkerung lebt in ständiger Schande. Zumindest all jene, die sich der schwerwiegenden Fehler der Vergangenheit bewußt sind. Unterschwellig halten vor allem Mitglieder der älteren Generation, wie der Protagonist Lurie, die Zahnräder alter Machtmechanismen am laufen.

Diese diffizile Situation spiegelt sich in der nuancierten Zeichnung der Figuren wider. Die Trennung zwischen Schwarz und Weiß wurde aufgehoben und zurück blieb ein diffuses Grau. Der Charakterdarsteller John Malkovich verkörpert in seiner Rolle in brillanter Weise diese Ambivalenz. Am Ende bleibt nur die Hilflosigkeit und Ohnmacht gegenüber den Tatsachen.
 
von Lars Tunçay


Start: 17. September

Genre: Drama

Dauer: 120 Minuten

Verleih: Alamode