So glücklich war ich noch nie

- © Kinowelt
Krankhaft lügen - Das Thema läßt ihn nicht ruhen: Alexander Adolph, dessen Doku "Die Hochstapler" vor zwei Jahren zahlreiche Preise erhielt, hat sich erneut der Analyse einer Betrügerseele gewidmet. Seine Hauptfigur Frank (Devid Striesow) ist gerade aus dem Gefängnis entlassen worden und bereit, ein neues Leben anzufangen.
Er kommt zunächst bei seinem Bruder Peter (Jörg Schüttauf) und dessen Lebensgefährtin unter, was der nicht so recht behagt. Zumal sich Frank schnell zurück in der alten Sucht des Scheins wiederfindet. Seine Bestätigung erfährt er durch das Lügen und wird vom Traum von einem besseren Leben getrieben. Seine einzige Hoffnung ist die Prostituierte Tanja (Nadja Uhl), der er nichts vormachen kann. Doch kann sie ihn lieben, so wie er ist?
Erneut zeigt Adolph hier, daß Lügen krankhaft sein kann. Frank - eindringlich verkörpert von Charaktermime Devid Striesow ("Yella") - kann nicht aus seiner Haut, auch wenn er sich dort nicht wohl fühlt. Seine Versuche auszubrechen sind zum Scheitern verurteilt. Der Selbstheilungsprozeß ist nicht möglich. In dieser Studie liegt die Stärke des Films, denn der Regisseur weiß, wovon er berichtet. Mit seinem Spielfilmdebüt gelingt Adolph ein intimes Porträt einer kaum bekannten Krankheit.
von Lars Tunçay
Start: 9. April 2009
Genre: Tragikomödie
Dauer: 94 Minuten
Verleih: Kinowelt

