Solo für Sanije - Die wahre Geschichte der "Solo Sunny"

- © Miriam Pfeiffer Filmverleih
Auf Spurensuche durch Berlin - Ein Berliner Frauengefängnis. In einem kleinen Raum sitzt Sanije Torka, die wegen Ladendiebstahls für anderthalb Jahre einsitzt. Vor der Wende machte sie sich als Sängerin einen Namen und zog durch die Nachtclubs der DDR. Sie tourte durch Polen und die Sowjetunion und traf Ende der 70er auf den Autor Wolfgang Kohlhaase, dem sie ihre Lebensgeschichte erzählte. Aus den Erlebnissen entstand 1979 der Film "Solo Sunny", eine der erfolgreichsten DEFA-Produktionen.
Sanije Torka bekam von dem Ruhm freilich wenig ab, denn die "echte Sunny" wurde der Öffentlichkeit vorenthalten. Nach dem Ende ihrer Gesangskarriere folgte der Abstieg in Arbeitslosigkeit und Alkoholismus, der schließlich zur Straffälligkeit führte. Heute zieht Sanije die vertrauten Wände ihrer Zelle einer Bewährungsstrafe vor. Die Dokumentarfilmerin Alexandra Czok begleitete sie bis zu ihrer Freilassung und fängt dabei zunächst ihr Umfeld ein, ihren geregelten Alltag zwischen Küchengesprächen und Werkstattarbeit. Die Türen bleiben verschlossen. Für Sanije bedeutet das einen Schutz vor der Außenwelt, in die sie sich nie richtig eingliedern konnte und wollte.
In intimen Gesprächen beschreibt sie das Jetzt, ihr Leben im Gefängnis, den Weg aus der Lebenskrise. Es formt sich das Bild einer zähen Kämpferin, die am Leben festhält, auch wenn es ihr nichts zu bieten hat. Blicke zurück in die Anfangstage ihrer Karriere versetzt Czok mit Schlüsselszenen des Films und schafft so den Spagat zwischen Kunst und Realität, kollektiver und individueller Erinnerung.
von Lars Tunçay
Start: 10. September 2009
Genre: Dokumentation
Dauer: 80 Minuten
Verleih: Miriam Pfeiffer Filmverleih

