Steinkind - Etappe 011

© (FabAk/Dance Macabre/Proton)

Es darf, nein, es muss getanzt werden. Bei Steinkind ist die Dark-Flower- Gemeinde gefordert, verschwitzten Tribut zu zahlen. Dies glücklicherweise nicht bierernst, sondern sogar an beste Spider-Murphy-Gang-Zeiten erinnernd, R'n'R in "GB Rita“ mit angesächseltem Intro – geht schon, schließlich ist Leipzig WGT. Der Beat stampft gehörig über NDW-Reminiszenzen. Hubert Kah kommt wieder zu Ehren, obwohl die Steinkinder ihn gar nicht bemühen wollten. Doch ist sein Werk längst eingebrannt ins popkulturelle Unterbewusstsein.

Umso später das Album, umso finsterer und bissiger die Texte. Glorreich fast schon „Weil Wir Fressen“, äußerst gewagt: „Es wird Zeit“ und auf der Metaebene glasklar beobachtet: „Why Not Wieso“. Da zeigen Steinkind Meisterschaft, wenn´s brenzlig wird – und zwitschern doch ihre Anliegen unters Tanzvolk. Und dieses wird tanzen und tanzen und tanzen – der Vulkan längst wieder verloschen, die Gebäude rußbedeckt, aber die Gemeinde tanzt. Und dies ist höchstwahrscheinlich noch viel edleres Kabarett. Noch viel beängstigender als das nächste Dystopia.

von Volly Tanner

Plattenfirma: (FabAk/Dance Macabre/Proton)