Surrogates

- © Disney
Plastic People - Eine perfekte Welt bewohnt von perfekten Menschen. Der äußere Schein ist alles im Amerika des 24. Jahrhunderts. Die menschliche Hülle ist makellos designt und wird von verkümmerten Geistern bevölkert. Eine beängstigend reale Perspektive, die "Surrogates" da entwirft.
In der nahen Zukunft ist das menschliche Leben zur Lüge verkommen. Künstliche Stellvertreter (engl. Surrogates) verkörpern ihre realen Vorbilder, deren Körper in ihren Appartements in Kokons vor sich hin vegetieren. Niemand wagt sich mehr in Fleisch und Blut auf die Straßen. Die Gegner der Entwicklung, die von einem selbsternannten Propheten (Ving Rhames) angeführt werden, leben in Ghettos und verabscheuen jegliche Technik.
Deshalb fällt der Verdacht auch zunächst auf sie, als eine Reihe von Morden an den Replikanten und ihren Besitzern bekannt wird. Der Detective Tom Greer (Bruce Willis) ermittelt und entdeckt hinter den Vorfällen ein Verschwörungsgeflecht bis in die höchsten Reihen. Kann man seinem Gegenüber noch trauen, in einer Welt, in der jeder sein kann, wer er will?
Eine interessante Frage, die Autor Robert Venditti und Zeichner Brett Weldele in ihrem fünfbändigen Comic aufwerfen. Jonathan Mostow, der bereits in "Terminator 3" mit künstlicher Intelligenz zu tun hatte, hat aus ihr einen SciFi-Actioner gebastelt. Er erschafft eine überzeugende Zukunftsvision, die allerdings die nötige Tiefe vermissen läßt, was wohl auch der mit 88 Minuten recht kurz bemessenen Laufzeit zuzuschreiben ist.
Trotzdem gelingt es ihm mit vergleichsweise geringen technischen Mitteln eine faszinierende Dystopie zu entwerfen und nebenbei für einige bleibende Actionsequenzen zu sorgen, in denen Bruce Willis bestens aufgehoben ist.
von Lars Tunçay
Start: 21. Januar 2010
Genre: Science Fiction
Dauer: 88 Minuten
Verleih: Disney

