Tage wie Staub von Anna Seghers

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Briefe 1953 bis 1983 - Das Leben von Netty Reiling, die unter ihrem Pseudonym, Anna Seghers, bekannt wurde, ist wie kaum ein anderes gezeichnet von der Zeit. Vor den Nazis nach Mexiko geflohen, kehrte sie 1947 nach Deutschland zurück und trat für die kommunistische Idee ein, der sie sich seit ihrer Jugend verschrieben hatte. Aber die Zustände in der DDR bleiben ihr nicht verborgen, auch wenn sie besondere Privilegien genießt.

"Tage wie Staubsand" ist eine Dokumentation der Ambivalenz, eine Aufzeichnung des Versuchs, die Überzeugung eines Lebens mit den Widrigkeiten einer Diktatur in Einklang zu bringen. Viel mehr als in den früheren Briefen berichtet die vielleicht bedeutendste deutsche Erzählerin des 20. Jahrhunderts von sich selbst, gewährt einen Einblick in ihr Leben, berichtet Freunden und Bekannten von Freude und Engagement, aber auch von Unsicherheit und Einsamkeit.

Von Natur aus fesselnd sind Anna Seghers' Briefe nicht. Aber wie so oft, steht viel mehr zwischen den Zeilen.

von Steffen Kutzner


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