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Drei Akte, drei kleine Dramen. Aus Tragödien des Alltags werden drei wandlungsvolle Feiern ganz privater Art. Man nehme eine Wohnung, eine verreiste Dame, die wachsamen Nachbarn und den Söhnen leichtfertig anvertraute Schlüssel. Es kommt, wie es kommen muss. Die dienstbeflissenen Geister schauen mal nach dem Rechten.

Doch sie tun das nicht allein, ob bewusst oder unbewusst. Als Edwin will Uwe Kraus endlich mal fremdgehen und engagiert Julia Shvets als Eva. Doch Fremdgehen will gelernt sein. Hier prallen fantasievolle, aber abtrainierte Erwartungen und vordergründiges weibliches Temperament aufeinander. In der zweiten Episode taut die ältliche Inge (Nele Hartmann) im Zusammenspiel mit dem Küstenmenschtemperament des Hausmeisters Stefan Senf genauso langsam auf wie er, allerdings – darf man sagen – auch so nachhaltig.

Nele Hartmann begegnet uns dann handzahm im dritten Stück wieder, wenn sie sich auf die draufgängerische Lebenskunst des Hajo (Johannes Setzer) mal mehr, mal weniger einlässt. Keiner verlässt hier die Szene, wie er gekommen ist. Alle Personen haben irgendwann im Verlauf ihres Dramas ihren ganz großen Auftritt. Und manchmal zeigen sie sich die Grenzen nur mit Sofakissen oder Wohnungsinterieur. Ausnahmsweise sei die Pointe verraten: Nicht alle landen im Bett.

Regisseurin und Theater-fact-Oberin Ev Schreiber hat nach Figurenkonstellationen aus Stücken von Neil Simon, Christian Martin und Nino Manfredi eine grandiose Schauspielerei für fünf Darsteller gemacht. Zu Beginn begrüßt die Chefi n alle Liebenden und Liebewollenden mit dem Hinweis, dass Handynotrufe und -anrufe im Unterhoftheater fact nicht möglich sind. Amüsanter Blickfang ist die ungewöhnliche Bedienung des Schallplattenspielers.

von Karsten Pietsch