Thomas Störel: Manni und sein Freund

- © Thomas Störel
Fast jeden Abend ist er im Kabarett-Theater SanftWut tätig, als wandungsfähiger Schauspieler, Sänger und kraftvoller Pianist, da liegt die Arbeit als Texter und Komponist vieler Szenen schon hinter ihm. Er gibt in famoser Weise den Chansonnier am Klavier wie auch viele schräge Typen, zum Beispiel den Polizisten mit Oberlausitzer Dialekt und den Manni – seine Glanzrolle über schon etliche Programme hinweg bis zum Solo-"Super-Manni".
Anfangs war das ein Charakter, vor dem man sich die Augen zuhalten wollte. Pinkfarbene Jogginghose, hochgezogen, an allen Aufstiegsmöglichkeiten der Marktwirtschaft vorbeigeschrammt, munter draufl os sächselnd, Fremdwörter verwechselnd, von seiner besseren Hälfte Moni aufs Beste assistiert.
Dabei ist der Manni durch Zufall auf die Welt gekommen. Moni gab es schon, mit pinkfarbener Joggingjacke. Irgendwann hat Thomas Störel die dazugehörende Hose anprobiert und - stand singend neben Moni. Für eine Umbaupause war Text nötig, da stellte sich der Manni vor und sagte den nächsten "Liedhitsong" an. Neulich trat Thomas Störel nicht in der Mädler-Passage, sondern am Naschmarkt gegenüber in der Alten Handelsbörse auf.
Eine Schulklasse hatte sich ihre eigene Jugendweihe organisiert und Dr. Thomas Störel als Festredner. Er sprang auf, begrüßte die jungen Erwachsenen mit tierischen Kosenamen, sprach davon, wie man immer Kind bleibt, für sich selbst sorgen und an alle denken muss. Grinsend erzählte er von seiner einstigen rasanten Motorradfahrt in die Arme der Polizei – "mit dem Grund meiner Raserei bin ich immer noch gut verheiratet und wir haben drei Kinder, die schon aus dem Jugendweihalter raus sind."
Musisch sind sie alle, die Kinder der Musiklehrerin und des Kabarettisten. Thomas Störel wollte Lehrer werden. Als Forschungsstudent hat er in seiner Doktorarbeit die sprachlichen Bilder der Kulturjournalisten analysiert. Thomas Störel hat neben dem Kabarett bald eine andere Premiere, erstmals läuft er den Alpenmarathon in der Nähe von Zermatt mit und freut sich: "Da geht es über 40 Kilometer bergauf!"
von Karsten Pietsch

