Tucker and Dale vs. Evil

- © Wild Bunch/Central
Blutiges Missverständnis - Backwood-Horror einmal anders: "Tucker and Dale vs. Evil" dreht den Spieß um und vertauscht die Rollen. Mit seinem erfrischenden Ansatz wurde der kleine Indie-Slasher zum Überraschungshit des Fantasy Filmfests.
Dabei sieht hier zunächst alles nach einer klassischen Konstellation aus. Die obligatorische Gruppe Highschool-Kids kommt zum Wochenendbesuch ins amerikanische Hinterland, um sich in der obligatorischen Waldhütte die Kante zu geben. Allerdings verschiebt sich hier schon bald die Perspektive und wir sehen dem Treiben aus der Sicht der sonst aufs eindimensionale Schlitzen beschränkten Hinterwäldler zu.
Zwei von ihnen, Tucker und Dale, sind eigentlich ganz liebenswerte Typen, die sich auf eine entspannte Auszeit in der frisch erworbenen Absteige im Gehölz freuen. Doch die Jugend hat zu viele Horrorfilme geschaut und kommt bald zu irrationalen Schlussfolgerungen mit blutigem Ausgang.
Äußerst blutigem, wie man vorweg sagen sollte. Die tragischen "Unfälle", die sich beim Versuch der Buddies am Leben zu bleiben ereignen, sind äußerst unappetitlich. Wer über einen starken Magen verfügt, wird sich jedoch prächtig amüsieren. Das liegt nicht zuletzt an den beiden charmanten Protagonisten. Die beiden Typen, die von dem aus der SciFi-Serie "Firefly" bekannte Alan Tudyk und Tyler Labine, der im kommenden "Planet der Affen"-Prequel zu sehen sein wird, verkörpert werden, sind zwar nicht die Hellsten. Wenn es aber um echte Freundschaft geht, entwickeln sie ungeahnte Kreativität im Meucheln.
Lars Tunçay
Start: 10. Februar 2011
Genre: Horrorgroteske
Verleih: Wild Bunch/Central

