Uncle Boonmee erinnert sich an seine früheren Leben

© Movienet

Meditation in der Natur - Der thailändische Regisseur Apichatpong Weerasethakul zählt zu den interessantesten Vertretern des modernen Kinos. Seine Installationen stehen in den namhaften Kunsthäusern und seine Filme gewinnen regelmäßig Preise auf renommierten Festivals. "Tropical Malady", der den Jurypreis beim Filmfestival in Cannes gewann und für die Goldene Palme nominiert war, hat den Filmemacher ins Licht gerückt. Sein letztes Werk "Syndromes And A Century" wurde von zahlreichen Kritikern zum besten Film des Jahrzehnts erkoren. "Uncle Boonmee" erhielt schließlich 2010 den Hauptpreis in Cannes und kommt nun auch in unsere Kinos.

In traumhaften Bildern alles umfassender Natur erzählt er mehr ein Gleichnis, denn eine realistische Handlung. Uncle Boonmee leidet an Nierenversagen. Seine letzten Tage verbringt er auf seinem Landgut im Nordosten Thailands, umgeben von Verwandten und Freunden. In der Dämmerung seines Abschieds erscheint ihm seine verstorbene Frau. Auch sein verschollener Sohn kehrt zurück. Er hat sich den Geistern des Waldes angeschlossen. Gemeinsam mit seiner Familie, Gestorbenen und Lebendigen, macht sich Boonmee auf eine Reise durch den Dschungel, zurück an den Ort, wo sein erstes Leben begann.

Die ruhige, fast meditative Atmosphäre zieht uns in ihren Bann. Die Geräusche der Natur umgeben uns. Die feuchte Hitze ist fast spürbar. Seine einfach wirkende Geschichte hat unzählige Ebenen, ist frei für Interpretation und durchsetzt von asiatischer Tradition. Wiedergeburt und Geisterglaube prägen seine Filme. "Uncle Boonmee" ist Weerasethakuls Meisterstück.
 
von Lars Tunçay
 

Start: 30. September 2010

Genre: Familiendrama

Dauer: 114 Minuten

Verleih: Movienet