Wall-E - Der Letzte räumt die Erde auf

© Walt Disney

Maschine mit Herz - Auch wenn es nach dem höchst schmackhaften "Ratatouille" schien, als wäre das Ende der qualitativen Fahnenstange erreicht - mit "Wall-E" setzen die Computerkünstler von Pixar noch eins drauf. Der kleine Roboter, der von den Erdenbewohnern auf dem verlassenen Heimatplaneten abgestellt wurde, um die Stellung zu halten, fiept und brummt sich spielend in unser Herz und benötigt hierfür nicht einmal Worte.

Wall-E heißt der kleine Kerl und das ist auch das einzige, was er zu artikulieren imstande ist. Wofür sollte er auch reden: abgesehen von einer winzigen Küchenschabe ist er ganz alleine auf dem öden Erdball. Tagein, tagaus stapelt er Altmetall und hält Ausschau nach denen, die ihn vor einer Ewigkeit dort zurückließen.

Doch die ersehnte Gesellschaft kommt schließlich in Form einer Artgenossin. Eve sitzt zwar der "Finger" ein wenig locker am Abzug, aber schon bald knistert es in den Dioden und es entwickelt sich eine handfeste Roboter-Romanze. Die wird allerdings gestört, als die Menschen schließlich doch in die Geschichte eindringen.

Nach Ratten, Autos und Monstern als Protagonisten ihrer Erfolgshits, geht Pixar erneut völlig neue Wege. Eine Maschine ist diesmal der Hauptdarsteller und die ist auch noch vollkommen sprachlos. Die ersten 40 Minuten bestehen somit nur aus Geräuschen, die von Pixars Soundmagiern erschaffen wurden.

Mit begrenzter Mimik, Gesten und reichlich Slapstik erinnert das High-Tech-Pixelabenteuer so erstaunlicherweise an die frühen Stummfilme Buster Keatons. Ein genialer Link zu den Anfangstagen des Kinos und erneut der Beweis, daß es sich bei Steve Jobs & Co. um waschechte Filmliebhaber handelt.
 
von Lars Tunçay


Start: 25. September 2008
 
Genre: Animation

Dauer: 95 Minuten

Verleih: Walt Disney