Wolfgang Krause Zwieback im Amt für alles

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Schaubühne Lindenfels - Diesmal sind wir auf dem Amt für alles bei den Amtsschimmeln. Tiere gibt es auch: einen Hund und einen Flughund. Merkwürdig amüsant, hinter und unsinnig ist die Analyse der Tierkörperentwicklung. Wolfgang Krause Zwieback lässt in "Ausbruch in der Speicherstadt" die Puppen tanzen. Zwei Bürobarbies, eine hinter und eine vor dem Schalter – Jana Reiner mit achtbarer Gesangsimprovisation und Catherine Stoyan stimmlich experimentierfreudig und mit veritablen Tanzschritten –, arbeiten sich durch die Handlung, besser gesagt die Verhandlung.
Krause-Zwieback spricht wenig, malt und projiziert den ganzen Abend über. Gunhild Täubchen, streng rot gekleidet mit Dienstgradschulterstücken, leitet das Amt für alles. Von ihr selbst wurden mehrere Ämter zusammengelegt, denn "durch die rotierende Zuständig keit bleiben die Kollegen frisch". Krause Zwieback selbst, im weißen Uniformmantel mit Schulterstücken, ist der Professor Doc Toc-Teupper, der das Stadtgeräusch entwickeln soll für eine 8-Millionen-Metropole. Man lasse sich von ihm erklären: "Es gibt rechtsdrehende Geräusche und es gibt Geräusche, die eigentlich Musik werden wollten."
Von Zeit zu Zeit wird der kleine Blumentopf auf dem Schreibtisch gegossen und schluckt literweise Wasser. Außer Bürotisch, Chefinnen-Drehstuhl, Tisch – quasi die Bühne für die Verrenkungen der Besucherin Ganna – und Wartezimmerstuhl gibt es nicht mehr Möblierung. Die Spielfläche ist ein Verhandlungsraum. Professor Doc Toc-Teupper preist das "Leben auf der Erholspur" und verabreicht klangvolle "Geräuschpralinen".
So etwas könnte als "heiteres Geräuscheraten" bald Partymode werden. Koproduzent war wieder die FORUM Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn.
von Karsten Pietsch

