Flohmarkt Check

Bild: © Nhi Le

In Leipzig kann man fast jede Woche einen Flohmarkt besuchen. Über das Jahr verteilt finden für jede Ziel- und Produktgruppe so viele Märkte statt, dass man fast die Übersicht verlieren könnte. Aus diesem Grund hat sich Zeitpunkt die größten Flohmärkte mal näher angeschaut.

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Wer auf Schatzsuche, Second Hand und Feilschen steht, ist in Leipzig genau richtig. Egal ob man der Typ „Nur mal gucken-Stöberer“ ist oder nach dem nächsten seltenen Objekt jagt - in der Heldenstadt kann man jede Woche fündig werden.

Je nach Interesse passt „das Sortiment“ eines Flohmarkts mal mehr oder mal weniger. Klar, wer nach ein paar neuen Kleidungsstücken sucht, wird mit den Möbeln auf einem Trödelmarkt wenig glücklich werden und auch ein Riesen-Event a la Mauerpark sollte nicht erwartet werden. Das ändert aber nichts daran, dass Gegenstände aus so wie gut aus jedem Lebensbereich auf einem Leipziger Flohmarkt zu finden sind – und das natürlich zu günstigen Preisen.

Dabei gilt die Flohmarktregel: Wer gen Ende kommt, schnappt sich vielleicht das beste Angebot, weil HändlerInnen alles raushauen. Wer nichts verpassen will und am liebsten das komplette Sortiment begutachtet, muss als Erstes da sein.

Antik-und Trödelmarkt auf der Agra


Der Agra-Flohmarkt wird oft „größter Trödelmarkt Europas“ beworben. Ob das stimmt können wir nicht nachprüfen. Fakt ist, dass man eine Menge Zeit mitbringen muss, wenn man alle Stände sehen will.

Auf dem ehemaligen Agra-Messegelände, welches zum Agra-Park gehört, stellen auf ca. 40 Hektar jeden Monat mehr als 2000 VerkäuferInnen aus. Einen Geheimtipp für die beste Orientierung gibt es nicht. Wer aber fündig werden will, sollte sich bemühen schon in den frühen Morgenstunden unterwegs zu sein, denn der Markt öffnet schon sehr zeitig.

Der Flohmarkt ist besonders für den Möbelkauf geeignet, außerdem finden sich Insignien aus gefühlt jeder geschichtlichen Epoche. In dem Zusammenhang muss man wohl auch damit klarkommen, dass fast jeder dritte Stand eine Menge Gegenstände aus der NS-Zeit verscherbelt.

Wer aber nach Objekten sucht, die eine lange Geschichte hinter sich haben, wird hier nicht enttäuscht. Die Menge an Waren verspricht aber auch eine Menge, sagen wir – Kuriositäten.


Wo? Agra Messegelände, Bornaische Str. 210


Wann? Jeden letzten Samstag und Sonntag im Monat


Eintritt? frei

Nachtflohmarkt im Kohlrabizirkus

Wer lieber in den Abendstunden trödelt und schon gar kein Fan von frühem Aufstehen für Schnäppchen ist, ist beim Nachtflohmarkt im Kohlrabizirkus aufgehoben.

Verkauft wird alles, was nicht neu ist mit dem Fokus auf Trödel. Beim Streifen durch die Halle wird man bei den meisten Ständen den Gedanken nicht los, dass HändlerInnen lediglich ihren Sperrmüll für teures Geld verkaufen wollen oder die Inhalte von Verschenke-Kisten zusammengetragen haben. Sammler kommen hier am ehesten auf ihre Kosten, wenn beispielsweise nach alten Fotos oder Inselbüchern gesucht wird und auch der Kohlrabizirkus ist als Location doch immer wieder charmant.

Geht es an das Trödeln um sich, dann gibt es in Leipzig jedoch eine Menge anderer Adressen mit schönerer Auswahl und vor allem freien Eintritt.


Wo? Kohlrabizirkus, An den Tierkliniken 42


Wann? An jedem dritten Sonntag im Monat


Eintritt? 2€

Flohmarkt auf dem Feinkost-Gelände

Wäre diese Liste eine durchschnittliche Highschool-Klasse, dann wäre der Feinkostflohmarkt der beliebte Cheerleader. Monatlich strömen Menschenmassen auf das Feinkostgelände, wenn am ersten Samstag des Monats wieder die Flohmarktstände aufgebaut haben. So wird es nicht nur für BesucherInnen, sondern auch manchmal für die VerkauferInnen eng, wenn jeder Schnäppchen jagen will.

Geht es um den Klamottenkauf, ist die Feinkost eine gute Adresse. Auf ausgefallenes sollte man weniger hoffen, an den Stangen hängen eher die letzten H&M-Kollektionen und Basics. Neben den typischen Möbel- und Trödelständen gesellen sich auch KünstlerInnen unter die Verkaufenden. M

öglich also, dass auch ein handgefertigtes Schmuckstück oder Drucke im Einkauf landen. Nachdem die Flohmarktrunden gedreht sind, kann man noch in die Läden auf dem Gelände einkehren. Abgerundet wird das Samstagsprogramm mit afrikanischem Essen, einem weiteren Stand auf dem Flohmarkt, der die hungrigen BesucherInnen versorgt.


Wo? Kunst- und Gewerbegenossenschaft Feinkost eG, Karl-Liebknecht-Straße 36


Wann? Jeden ersten Samstag im Monat


Eintritt? frei

Flohmarkt im Biergarten der Ilse’s Erika

Trotz Regelmäßigkeit (immerhin zweimal im Monat!) scheint dieser Flohmarkt für viele LeipzigerInnen eher ein Geheimtipp zu sein. Unnötig, denn auch wenn man hier wohl weniger für die eigene Wohnung fündig wird, überzeugen die Stände durch eine bunte Auswahl von Kleidung über Spielzeug bis hin zu Büchern und co. Vor allem die vielen Klamottenstände fallen mit einzigartigen Stücken auf.

Zwar fehlt es der Stadt an einem Klamottenflohmarkt, doch in der Ilse wird man am ehesten fündig, sucht man mal nach etwas Ausgefallenerem in gutem Zustand. Der Flohmarkt selbst erstreckt sich oftmals weit vor dem Eingang über den Biergarten bis nach hinten zu den Garagen. Die Vielfalt der angebotenen Dinge lässt sich wahrscheinlich auch mit der niedrigen Standmiete von 3€ und den gestellten Tischen und Stühlen erklären. T

ipp: Der offizielle Beginn ist erst 14 Uhr, aber die HändlerInnen haben meist weit im Voraus aufgebaut und so lohnt es sich auch schon früher aufzukreuzen und zuzuschlagen.


Wo? Ilse’s Erika, Bernhard-Göring-Str. 152


Wann? In den Sommermonaten jeden ersten und dritten Sonntag im Monat


Eintritt? Frei

 

 

Die vorgestellten Flohmärkte decken am ehesten die Bandbreite an Angeboten ab und finden ebenso regelmäßig statt. Daneben gibt es noch eine Menge anderer Adressen wie den Floh- und Trödelmarkt auf der Galopprennbahn Scheinbenholz, den Antik- und Trödelmarkt auf der Alten Messe oder eine ganze Menge Kinderflohmärkte. Hinzu kommen die Flohmärkte auf Stadtteilfesten wie dem Westpaket oder dem SonderpOSTen und auch die privaten Hinterhofmärkte dürfen nicht vergessen werden.

von Nhi Le

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