Leipziger Stadtteilexpeditionen: Sehnsucht Eisenbahnstraße

Die ganz andere "Stadtführung"

Bild: © Leipziger Stadtteilexpeditionen

Weiße Flecken auf der Landkarte ausradieren, Vorurteile abbauen und Raum für Begegnungen schaffen: Im März geht das Kunstprojekt Leipziger Stadtteilexpeditionen in die dritte Runde.

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Schießereien, Drogen und Bandenkriminalität. Die Eisenbahnstraße im Leipziger Osten sei die schlimmste Straße Deutschlands, heißt es in einem Fernsehbericht aus dem Jahr 2013. Dabei hat die Nachbarschaft der Eisenbahnstraße einiges zu bieten: Projekthäuser, Gemeinschaftsgärten, Volksküchen, Ausstellungsräume und zahlreiche kulturelle Veranstaltungen locken Leipzigs kreative Szene in den Osten. Und auch die Internationalität und Vielfalt der Bewohner sorgen für ein spannendes Lebensumfeld. Dennoch ist die Eisenbahnstraße in den Köpfen vieler Leipziger als sozialer Brennpunkt verankert, in den man freiwillig keinen Fuß setzt.

Das wollen Antje Rademacker und Diana Wesser mit ihrem Kunstprojekt Leipziger Stadtteilexpeditionen ändern. Gemeinsam mit den Anwohnern der Eisenbahnstraße wollen sie in einer Projektwoche die Nachbarschaft wie durch eine Lupe betrachten:

Warum lebe ich hier? Was möchte ich ändern? Was würde ich einem Gast zeigen?

Alle Bewohner des Viertels sind eingeladen, diese Fragen in einem Tauschcafé am 22. März zu diskutieren und Bilder ihrer ganz persönlichen Sehnsuchtsorte vorbeizubringen. Aus diesen Bildern wird dann die Nachbarschaftsaustellung „Sehnsuchtsorte“ entwickelt, die am 28. März ab 12 Uhr im Japanischen Haus zu sehen sein wird.

Am 28. März finden außerdem zwei ganz besondere Expeditionen durch das Viertel statt: Die Bewohner laden Neugierige aus anderen Stadtteilen in ihr Viertel ein und öffnen ihre Türen für Begegnungen und Gespräche. Wer wohnt hier und welche Geschichten haben die Bewohner zu erzählen?

Bild: © Leipziger Stadtteilexpeditionen

Zum dritten und letzten Mal findet das Projekt in der Eisenbahnstraße statt. Dann ziehen die Leipziger Stadtteilexpeditionen weiter nach Reudnitz, um dort einen anderen Stadtteil zu erforschen.

Bild: © Leipziger Stadtteilexpeditionen

von Malena Rottwinkel

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