MDR: Hinter den Kulissen

Kamera läuft!

Bild: Brzoska

Hier ist einer der größten Arbeitgeber der Stadt und die Geburtsstädte der Nachrichtensendung „MDR aktuell“, dem Boulevardmagazin „Brisant“ und der Erfolgsserie „In aller Freundschaft“: der Mitteldeutschen Rundfunk und die Media City Leipzig. Bei einer Studiotour kann ein Blick hinter die Kulissen des 120.000 Quadratmeter großen Geländes werfen.

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Eingebettet zwischen zwei Lebensadern des Leipziger Südens, der Kurt-Eisner-und der Richard-Lehmann-Straße ist der MDR und die Media City zu Hause. Auf dem Gelände, das so groß ist wie 17 Fußballfelder, sticht erstmal ein 65 Meter hohes Glasgebäude ins Auge, dessen Form durchaus ungewöhnlich ist. „Die nach außen gewölbte Glasform erinnert an den klassischen Röhrenfernseher“, erklärt Kristin Schauerhammer, die eine derjenigen ist, die Neugierigen einen Blick hinter die Kulissen gewähren.  

In den 13 Etagen des Glas-Hochhauses schlägt das Produktionsherz des Mitteldeutschen Rundfunks. Hier gehen unter anderem die Moderatoren ein und aus. Die Gesichter des Senders müssen hier vor ihrer Sendung in die Maske: „Das künstliche Licht der Scheinwerfer lässt einen Blass aussehen“, erklärt die MDR-Expertin den Grund, warum Kopf, Dekolleté und sogar die Arme oft mit reichlich Make Up beschmiert werden. Aber auch die Kleidung spielt eine große Rolle. „Jeder Moderator und jede Moderatorin hat eine eigene Kleiderstange“, schildert Schauerhammer. Dabei sei zu bedenken, dass man vor der Kamera immer kleiner und breiter wirkt als man ist. Kleidung, die aufträgt versuchen die Kostümbildner deshalb zu vermeiden. Außerdem seien kleine Muster schwierig, weil diese auf den Bildschirmen der Zuschauer flimmern können. Außerdem macht das Format den Unterschied: Während bei der Nachrichtensendung „MDR Aktuell“ eher auf Klassisches gesetzt wird und man zu gedeckten Farben greift, kann beim Boulevardmagazin „Brisant“ schon mal ein knallrotes Kleid oder Muster zum Einsatz kommen. 

Insgesamt 200 Quadratmeter Studiofläche sind in dem Produktionsgebäude zu finden. So wird hier beispielsweise auch „Kripo live“, „Hier ab vier“ oder „Sport im Osten“ gedreht. Das bedeutet jede Menge Telepromter, riesige Kameras und Green Screens und natürlich: eine ganz genaue Planung. Jede Sekunde einer Sendung ist vorbereitet. Damit das auch eingehalten wird und nichts schief geht, steckt ein riesiges Team hinter den Kameras. Die Redaktionsleitung, die Regieassistenz und Kameramann sind nur einige der Menschen, die wir nicht mitbekommen, wenn wir vor der Flimmerkiste sitzen. Ohne sie würde der Bildschirm jedoch schwarz bleiben.

Neben dem modernen Produktionsgebäude wirken die gelben Backsteinbauten wie ein Kontrast. Das hat seinen Grund. Auf dem 90.000 Quadratmeter großen MDR-Gelände war früher ein Vieh- und Schlachthof. Die Intendantin, Karola Wille, ist hier mittendrin. Sie hat ihr Büro in der alten Viehbörse. Dort empfängt sie auch an manchen Tagen den Rundfunkrat. Die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude sind die Zentralverwaltung der Rundfunkanstalt. Insgesamt hat der MDR 22 Studios in Leipzig, Halle, Erfurt, Dresden und im Ausland. 

Übrigens hat sich auch die Media City in ihrer gelben Farbe an dem Look des MDRs orientiert. Immerhin schließen die Gelände direkt aneinander an. Das hat seinen Grund. In der Media City sind 70 Unternehmen zu Hause. Nicht selten arbeiten die Produktionsfirmen, Technikunternehmen, Werkstädten und Medien-Start-Ups für den Nachbarn.

 So wird hier beispielsweise die ARD-Serie „In aller Freundschaft“ produziert. Das Erfolgsformat aus der Sachsenklinik feiert in diesem Jahr sein 20. Jubiläum. Auf den ersten blick könnte man denken, hier ist ein Krankenhaus mitten in der Media City. Doch auf den zweiten Blick wird klar: Das belegte Brötchen in der Sachsenklinik-Caféteria ist aus Plastik, der Oberarzt ist eigentlich Schauspieler und mitten in der Notaufnahme wird operiert. Aber nicht alles ist Schein. „Viele Geräte sind echt“, verrät die Studiotour-Führerin und ergänzt: „wir haben beispielsweise ein echtes EKG und eine Röhre.“ Auch die Krankenwägen sind kein Fake. Diese werden extra bestellt, wenn sie für eine Szene benötigt werden, samt Sanitäter. Beim Dreh muss dann alles sitzen. Immerhin kostet eine Sendeminute 3.000 Euro. Am Tag schaffen die Profis bis zu zwölf Sendeminuten in den Kasten zu bringen. Diese sind dann drei bis vier Monate Später im TV zu sehen.

Bild: Brzoska

Die MDR-Studio-Tour

Vom Besucher zum Nachrichtensprecher? Diese Karriere werden Teilnehmer der MDR-Studio-Tour erleben. Dabei können Mutige nämlich im nachgebauten „MDR-Studio“ selbst vor die Kamera treten. Neben Einblicke aufs Set von „In aller Freundschaft“ und den MDR-Sendungen kann mit einer VR-Brille in die Tiefen des Alltags in der Media City eingetaucht werden. Wer schon immer mal einen Blick auf einen Kostümfundus werfen oder per Green Screen in ein anderes Umfeld eintauchen will, hat bei der „MDR-Studio“ die Chance. Die Teilnahme kostet 12,90 Euro. Am besten reserviert man vorher. Mehr Informationen dazu gibt es online unter mdr-die-studiotour.de.

von Pia Maack

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