Absintherie Sixtina

Der smaragdgrüne Kelch

Bild: © Lou Ziffer

Artemisia absinthium, der gemeine Wermut, gibt dem Trank seinen Namen und seinen einzigartigen Geschmack. Destilliert mit einer Mischung aus Fenchel, Anis und anderen Kräutern entsteht der hochprozentige Absinth, der den Kopf sanft umnebelt und den Geist wachrüttelt.

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Belebend, berauschend mit einem Hauch des Verbotenen: Absinth gilt seit jeher als Getränk der Künstler. Sein Konsum soll angeblich van Gogh das Ohr, Arthur Rimbaud sogar das Leben gekostet haben. Das Thujon sei schuld, fördere Kriminalität, Wahnsinn und mache abhängig, skandierten die Gegner der grünen Fee. Beinahe 85 Jahre lang waren Produktion und Ausschank verboten, heute strahlt die grüne Fee wieder in den Gläsern - und wo könnte man ihrem Geheimnis besser auf den Grund gehen als in der Absintherie Sixtina?

Inmitten der Sternwartestraße - fernab vom Touristentrubel und den Junggesellenabschieden – fühlt man sich hier zurückversetzt in die Zeit der Jahrhundertwende. An den Wänden glitzern in schweren Holzvitrinen Trinkpokale und Ampullen mit verblichenem Etikett, auf denen gerade so noch das Wort „Laudanum“ zu lesen ist. Ein Sammelsurium an Raritäten wie Kuriositäten schmückt das Interieur, das zunehmend auch von den künstlerischen Beiträgen der Gäste bestimmt wird. Auf geschwungenen Caféstühlen, an den schweren Holztischen treffen sich heute wieder Kunstschaffende und vor allem Individualisten der Wave-Gotik-Szene auf ein Glas der mythenumrankten Spirituose.


An der Bar ragt ein kleiner Brunnen aus der Wand, während sich dahinter Flasche an Flasche reiht. Über 250 Sorten des berauschenden Absinths stehen hier auf der Karte, einige schmecken nach scharf-süßem Anis, bei anderen steht der bittere Wermut im Vordergrund. 
Die Besonderheit dieser Spirituose besteht nicht nur aus dem Zusammenspiel von bitter und süß auf der Zunge, sondern auch aus dem damit verbundenem Ritual. Um den vollen Geschmack zu erleben, braucht es zudem Wasser, Zucker und Feuer, welche die ätherischen Öle herauskitzeln und der Flüssigkeit einen milchigen Akzent geben. Ein Stück Geschichte, ein Stück Kunst in einem kristallenem Pokal.


Absintherie Sixtina
Sternwartenstraße 4
04103 Leipzig

www.sixtina.net

Öffnungszeiten:
So - Do: 18.00-2.00 Uhr
Fr und Sa: ab 16.00 Uhr

 

von Jasmin Beer

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