Als Künstler in Leipzig selbständig werden

Ein harter aber interessanter Weg

Bild: © anathel - Fotolia.com

Die Kunst kennt viele Formen. Allen Künsten gemein ist, dass in der Regel nur wenige Menschen ausschließlich von der reinen Kunst leben können. Entsprechend wichtig ist es, den Schritt in die Selbständigkeit als Künstler sorgfältig zu planen.

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Anderenfalls kann es rasch geschehen, dass das Abenteuer Freiberufler so schnell wieder beendet ist, wie es begonnen hat. Trotzdem sollte man sich als junger Künstler nicht entmutigen lassen. Denn wenn es einen guten Zeitpunkt gibt, einen solchen Versuch zu wagen, dann liegt er vor der Übernahme von zu vielen Verantwortlichkeiten in beruflicher wie auch familiärer Hinsicht.

Sich umfassend im Bekanntenkreis kundig machen

Wer überlegt, sich selbständig zu machen, hat in der Regel bereits erste künstlerische Erfolge erzielt und sich bereits ein gewisses Netzwerk in der jeweiligen Szene aufgebaut. Zu überlegen ist nun, ob es Sinn macht, zunächst in der Weise nebenberuflich weiter zu machen oder den Absprung zu wagen. Wenn es im eigenen Netzwerk Menschen mit einschlägigen Branchenerfahrungen gibt, dann sollte man mit diesen reden. Denn diese haben oftmals eine gute Einschätzung hinsichtlich der tatsächlichen Chancen, weil sie sowohl den Markt als auch die vorhandenen Fähigkeiten kennen. Ist diese Einschätzung ausreichend positiv geht es im nächsten Schritt darum, die notwendigen rechtlichen und betriebswirtschaftlichen Grundlagen zu erarbeiten, die für ein Leben als selbständiger Künstler unabdingbar sind.

Einen Kurs für angehende Selbständige belegen

Dies betrifft vor allem die Themen Vermarktung und Steuern. In Leipzig bietet die Industrie- und Handelskammer regelmäßig Kurse an, in denen man als zukünftiger Gewerbetreibender oder Freiberufler das kleine betriebswirtschaftliche 1 x 1 vermittelt bekommt. Ein solcher oder ähnlicher Kurs sollte in jedem Fall belegt werden. Denn gerade zu Beginn der Selbständigkeit prasseln die verschiedenen Anforderungen in besonders geballter Form auf jeden Selbständigen ein. Dann ist es wichtig, zumindest zu wissen, was zu tun ist und welche Aufgaben Priorität genießen sollten.
 
Die Finanzierung der Selbständigkeit

Wer nicht mehr abhängig beschäftigt ist, muss von Einnahmen der künstlerischen Tätigkeit leben. Gerade zu Beginn fließen diese aber in der Regel noch nicht wirklich reichlich. Entsprechend muss eine finanzielle Überbrückung erfolgen. Hierfür bieten sich unterschiedliche Möglichkeiten an. Den Königsweg in diesem Zusammenhang bilden Sponsoren. Allerdings ist Sponsoring für Künstler, die sich noch keinen Namen gemacht haben, die absolute Ausnahme. Weiterhin können Förderungsmöglichkeiten wie etwa ein Existenzgründungszuschuss (Ich-AG) beim Arbeitsamt in Leipzig beantragt werden. Notwendige Voraussetzung hierfür ist ein überzeugender Geschäftsplan. Ein solcher sollte ohnehin erarbeitet werden, weil er den Einstieg in die Selbständigkeit insoweit erleichtert, als bestimmte Problemfelder bereits im Vorhinein theoretisch durchgearbeitet werden, die später entsprechend einfacher praktisch umgesetzt werden können.

Von noch entscheidenderer Bedeutung ist ein solcher Geschäftsplan dann, wenn ein Kredit für den Start in die Selbständigkeit beantragt werden soll. Ein solcher Antrag hat nur bei einem entsprechend überzeugenden Konzept eine echte Chance. Hier gilt es im Zweifel auch im persönlichen Gespräch zu überzeugen. Auch dafür ist ein Kurs für Existenzgründer eine gute Grundlage, um auf detaillierte Fragen eine kompetente Antwort geben zu können. Vor allem aber ist wichtig, von der eigenen Idee vollständig überzeugt zu sein - denn nur dann lassen sich auch andere von dieser Begeisterung anstecken.  Eine alternative Möglichkeit für die Finanzierung des Büros, der Arbeitsmaterialien oder der ersten Grundausstattung ist ein kleinen Kredit mit kurzer Laufzeit.  Wie zum Beispiel das Angebot von Vexcash

Steuern und Sozialversicherung

Ein besonders wichtiger Aspekt ist dabei der Bereich Steuern. Hierbei ist wichtig, frühzeitig eine Festlegung zu treffen. Denn hier kommt es darauf an, ob es sich bei der künstlerischen Tätigkeit um eine freiberufliche oder gewerbliche Betätigung handelt. Dies ist insoweit wichtig, weil die Einordnung im Hinblick auf die Gewerbesteuer eine entscheidende Rolle spielt. Wer Kunsthandwerk betreibt und dieses auf Märkten und Messen vertreibt wird in der Regel als gewerblich Tätiger eingestuft. In Zweifelsfällen kann hier eine Anfrage bei Finanzamt Klärung bringen. Dies ist wichtig, weil anderenfalls später eine Nachzahlung von Gewerbesteuern fällig würde, die, je nach abgelaufenem Zeitraum, existenzbedrohende Ausmaße annehmen kann. Im Hinblick auf die Umsatzsteuer spielt die Höhe der Einkünfte die entscheidende Rolle. Kleinunternehmer sind von der Notwendigkeit der Abführung von Umsatzsteuern befreit. Umgekehrt bedeutet dies aber auch, dass kein Vorsteuerabzug im Hinblick auf Anschaffungen zu Beginn der Selbständigkeit möglich ist. Ein weiterer Aspekt bildet das Thema Sozialversicherung. Gerade im Hinblick auf die Krankenversicherung sowie die Vorsorge fürs Alter sollte hier frühzeitig eine Rücksprache mit der Künstlersozialkasse erfolgen, damit die spätere Anmeldung reibungslos und ohne das Entstehen von Fehlzeiten verläuft.

von fp

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