Alternativer Medienpreis 2015

Kritischer Journalismus wird belohnt

Bild: © rudi1976 - Fotolia.com

Heute Abend wird in Nürnberg der Alternative Medienpreis verliehen. Die Preisträger werden für kritischen Journalismus ausgezeichnet, darunter auch eine Leipziger Studentengruppe für ihr Projekt.

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Heute Abend um 20.00 Uhr wird in Nürnberg der Alternative Medienpreis für kritischen Journalismus verliehen. Bereits seit 16 Jahren werden so JournalistInnen ausgezeichnet, die Themen mit neuen Ansätzen oder medienübergreifend behandeln.

Dabei sind besonders Beiträge erwünscht, die gesellschaftliche Missstände kritisch beleuchten und Themen aufgreifen, die von den größeren Medien vernachlässigt werden. Dabei sind bei Darstellungsform, Formaten und Themen der Publikationen keine Grenzen gesetzt. Auch die Wettbewerbsbeiträge können sowohl aus nichtkommerziellen, als auch etablierten Medien kommen.

Verliehen wird der Alternative Medienpreis in den Kategorien Print, Internet, Audio/Hörfunk und Video/Film, mit jeweils zwei Preisen zu je 500 Euro. Bereits zum vierten Mal wird es dieses Jahr auch wieder den Sonderpreis Medienkritik geben, der ebenfalls mit 500 Euro dotiert ist.

Der erste Preis im Bereich Print wird an Matthias Weinzierl und den Bayerischen Flüchtlingsrat für das "Hinterland-Magazin" verliehen. Dieses greift antizyklisch und kritisch Themen abseits des Mainstreams auf. Der zweite Preis geht an Nina Schulz und Elisabeth Mena Urbitsch für ihren Beitrag "Hasenbrote", in dem es um die ausgebliebene Entschädigung von Euthanasie-Opfern geht.


In der Sparte Internet wird der Nürnberger Historiker Jim Tobias mit dem ersten Preis für sein Portal www.after-the-shoah.org über die jüdischen DP-Lager in der US-Zone nach 1945 ausgezeichnet. Und auch nach Leipzig geht in dieser Sparte ein Preis, nämlich an Leipziger Studierende mit ihrem lokalen Blog www.einundleipzig.de. Darin berichten sie über Stadtentwicklung, Gentrifizierung und Reurbanisierung.

Im Bereich Audio/Hörfunk gehen die Preis an Monika Hanewinkel, die in einem Radio-Feature über das Musical "Bahtalo" berichtet und Gaby Weber mit "Rechtweg ausgeschlossen? Mercedes-Benz Argentina – ein Präzedenzfall" über die Verwicklungen der Konzerns in die Ermordung kritischer Gewerkschafter.

Neco Celik gewinnt in der Kategorie Video mit seinem Kurzfil "Schweinemilch" über die Ankunft türkischer Gastarbeiter in Deutschland in den 1960er Jahren und Anja Krug-Metzingen wirft als zweite Preisträgerin der Sparte in "Helden der Zukunft" einen Blick auf die Zukunft des Planeten Erde.

Mit dem Sonderpreis Medienkritik wird Rita Vock ausgezeichnet. Sie hat für DeutschlandRadio eine Website entworfen, auf der sich alles darum dreht wie Handys Daten sammeln oder wie Skigebiete überwacht werden.

Für die musikalische Untermalung bei der Preisverleihung sorgt die Leipziger Band Cosmic Urban Beat Engine (C.U.B.E.).

von Irene Dietrich

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