So bunt kann schwarz sein!

Wave Gotik Treffen

Bild: Pia Maack

Teufelshörner, Piratenhüte, Korsette, Zylinder, gezwirbelte Bärten und Totenköpfe wohin das Auge blickt. Jedes Jahr zu Pfingsten verwandelt sich Leipzig zum Mekka für die schwarze Szene. Auch in diesem Jahr tummelten sich vier Tage lang Gothics, Cybergoths, Düstermetaller, Steampunks, neo-viktorianische Schwarzromantiker, Electro-, Mittelalter- und Fetischfans beim 28. Wave Gotik Treffen (WGT).

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Wie Pressesprecher Cornelius Brach zusammenfasst, kamen in diesem Jahr 21.000 Besucher in die Messestadt zu dem bunten düsteren Fest. Etwa ein Viertel dieser sei aus dem Ausland angereist, unter anderem aus Japan und Mexiko. Einen neuen Rekord brach beim diesjährigen WGT das Viktorianische Picknick. Das Event im Calara-Zetkin-Park ist in jedem Jahr der Auftakt für das Fest-Wochenende. Nach Schätzungen der Veranstalter nahmen mehr als 10.000 Besucher teil. Auch "Die Leipziger haben das sehr gut angenommen", so Brach.

Dabei war das WGT nicht nur schwarz, wie sich vermuten lassen würde: "Schwarz dominiert, aber wir haben auch wunderschöne opulente barocke Kostüme", kommentiert der Pressesprecher der Veranstaltung. Schwarz sei kein Dogma, selbst weiße Kleidung werde akzeptiert. Die Szene sehe das gelassen.

Mehr als 220 Künstler aus 20 Ländern traten in viereinhalb Tagen beim Treffen der schwarzen Szene in Leipzig auf. Hinzu kamen Lesungen, Vorträge, Ausstellungen und Kunstperformances. Die offizielle Eröffnungs-Party fand in der Moritzbastei statt. An über 40 Örtlichkeiten in und um Leipzig fanden die Veranstaltungen statt. Neben Events auf dem eigentlichen Festivalgelände im Süden der Stadt, dem agra Veranstaltungsgelände, gab es Live-Konzerte auf verschieden großen Bühnen, in Clubs und sogar in Kirchen oder in der Oper. Auch Lesungen, Mittelaltermärkte, Ausstellungen, Führungen, Parties und Vorführungen lockten die Besucher. Hot Spots des WGT waren wie jedes Jahr die beiden Mittelaltermärkte. Neben dem Mittelalterspektakel auf dem Dach der Moritzbastei ist das "Heidnische Dorf" im Torhaus Dölitz nicht selten das Ziel von WGTlern und Einheimischen. Dort waren zahlreiche Stände mit Handwerk, Accessoires, Essen und Getränken zu finden. Außerdem gab es Vorführungen wie Feuershows, Lesungen, ein "Gotisches Kinderspektakel" oder Bogenschießen. Auf der Live-Bühne spielten Mittelalter-, Folk- und Klassik-Bands.

Seit 1992 trifft sich die Szene beim Musik- und Kulturfestival in Leipzig. Damals war es mit gerade einmal 2000 Teilnehmern gestartet.

Bild: Pia Maack

von Pia Maack

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