Zurück mit der Army of Küken

Frittenbude im Interview

Bild: © Frittenbude

Am 21. August veröffentlichen Frittenbude ihr viertes und langersehntes Studioalbum „Küken des Orion“. ZeitPunkt hat sich vor dem Release mit dem Sänger Johannes und dem Gitarristen Martin getroffen, um über das Album und auch die kommenden Shows zu plauschen.

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Drei Jahre ist es nun her, dass euer drittes Album „Delfinarium“ erschien. Am 21. August released ihr eure neue Platte „Küken des Orion“. Habt ihr das Gefühl, dass nach der Zeitspanne nun ein Erwartungsdruck auf euch lastet?

M: Da ist auf jeden Fall der eigene Erwartungsdruck. Also den Druck machen wir uns selber. Ich weiß nicht was da draußen so los ist, da darf man sich auch nicht immer so einen Kopf machen, aber wir erwarten von uns selbst, dass wir zum Beispiel geile Shows spielen und hoffen natürlich, dass es gut ankommt.

J: Es wäre schon schade, wenn es nicht ankommt. Man macht das ja auch für die Fans.

M: Auf jeden Fall sind wir zufrieden mit dem Album, es war eine Menge Arbeit und wir gucken einfach, was passiert.

 

Das neue Album soll laut Pressetext weniger „parolenhaft“ sein. Es ist von subtileren Formulierungen die Rede. Ist das der Grund, warum ihr euch für „Stürzende Helden“ als erste Single-Auskopplung entschieden habt? Der Text des Liedes scheint eine Collage zu sein, deren Bedeutung wohl nur mit dem Musikvideo verstanden werden kann.

J: Lustigerweise sind die Bilder des Videos nicht die gleichen, die ich im Kopf hatte, als ich das geschrieben habe. Manches wird gut unterstrichen, manchmal sind es ganz andere Bilder und es ist ganz lustig, denn so wie das Video nun da steht, hätte man den Text auch auf das Video schreiben können.

M: Da gab es auch einen YouTube-Kommentar: „Was war zuerst da? Das Video oder der Text?“

J: Das ist wie mit dem Ei und dem Huhn. Aber „Stürzende Helden“ ist ja ein Song, der sehr sloganhaft ist.


Wie passt das dann aber zusammen, dass das neue Album weniger „parolenhaft“ sein soll, die erste Single aber voll von Parolen und Schlagwörtern ist?

M: Das Ganze soll auch etwas in die Irre führen, denn der Song sticht schon aus dem Album raus und kracht. Das war für uns ein guter Startpunkt.

J: Vielleicht ist das auch unserer eigenen Konfusion geschuldet (lacht).


Mit „Bilder mit Katze“ von eurem zweiten Studioalbum brach eine gigantische, aber nicht mal intendierte Audiolith-Shirt-Kaufwelle aus. Textzeilen aus den verschiedensten Songs wie „Mindestens in 1000 Jahren“ entwickelten sich zu geflügelten Worten. Wie schätzt ihr den popkulturellen Einfluss von Frittenbude ein?

J: Boah, da hab ich keine Ahnung.

M: Ich glaube schon, dass Johannes mit seinen Texten neue Worte kreiert. Auf dem letzten Album gab es das Wort „Riesenlöve“ und irgendwie hat es sich auch in den Sprachgebrauch übertragen. Da ist wahrscheinlich ein Einfluss da, aber wir können das selbst nicht so gut beschreiben.


Frittenbudes Musik – das ist eingängige und tanzbare Musik, gepaart mit Texten, die regelrecht an Lyrik erinnern. Habt ihr das Gefühl, dass die Bedeutung eurer Zeilen manchmal der Feierlaune weichen muss und man statt sich mit dem Text zu beschäftigen, lieber einfach raven geht?

J: Ich glaube, dass viele Leute über die Beats und Party zu uns kommen, aber dann hört man einen Song mehrmals und letztlich bleibt da auch etwas vom Text hängen. Ich würde nie jemanden verurteilen, der uns nur wegen der Beats hört. Das ist nicht wichtig. Natürlich ist es schön, wenn die Leute etwas mit den Texten anfangen können oder sich manchmal selber darin sehen, aber im Endeffekt bleibt es jedem selbst überlassen, warum er gerne zu unseren Konzerten geht oder unsere Musik hört.

M: Da gibt es wahrscheinlich verschiedene Arten von Hörern. Die einen raven lieber gerne ab und die anderen beschäftigen sich krasser mit den Texten. Es geht ja aber Hand in Hand. Klar ist das oft widersprüchlich, wenn da so ein krasser Beat mit einem tiefsinnigen Text ist. Ich finde, dass das das Geile daran ist und das ist eben auch ein Frittenbude-Song.


„Küken des Orion“ erscheint am 21. August. Genau am Release-Tag spielt ihr auch auf dem Frequency Festival in Österreich. Plant ihr für diesen Gig etwas Besonderes?

J: (lacht) Wir haben uns tatsächlich überlegt, etwas Besonderes zu machen, aber wir sind noch nicht zum dem Schluss gekommen, was es denn letztlich sein wird.

M: Es wird auf jeden Fall ein besonderer Tag und wir werden uns etwas überlegen. Jedenfalls werden wir mehr Songs vom neuen Album spielen und gebührend feiern. Wie gesagt, wir haben lange daran gearbeitet und sehnen den Tag auch herbei – das wird schön!


Ende August stehen ein paar Festivals an. Im Oktober seid ihr dann für mehr als 14 Tage am Stück auf Tour. Was steht in dem freien Monat für euch an und wie bereitet ihr euch auf die Tour vor?

J: Wir sind bisher immer zu dritt auf die Bühne gegangen und haben uns nach der Album-Produktion dafür entschieden, dass wir jetzt immer zu fünft auf die Bühne gehen werden. Hinzu kommt ein Drummer und ein Keyboarder, Percussion macht er auch. Daher werden wir im September nochmal in den Proberaum gehen und Songs üben. Die Sonne auf den Bauch scheinen lassen, werden wir uns definitiv nicht.

M: Wir spielen viel vom neuen Album, aber auch natürlich viel Altes. Wir haben Bock auf ein schönes langes Set und das macht doch am Meisten Spaß. Die ganze Promotion ist dann durch und dann geht man endlich auf die Bühne und spürt die Connection, wenn die Leute zum Beispiel die Songs kennen. Das ist für uns drei dann die Belohnung.


Auf wen dürfen sich die Fans als Supporting Act auf der Tour freuen?

J: Das wird zur Tour dann released, aber im ersten Teil werden es wohl drei Bands werden und im zweiten Teil dann auch nochmal zwei. Im besten Fall sind es also fünf verschiedene und im zweitbesten Fall werden es drei verschiedene Vorbands sein.

Das klingt so, als könnten sich die Fans auf Abriss freuen. Dankeschön für das Interview!

von Nhi Le

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